Berlin : Hilpert, Diestel und ein Kampfgefährte von der CDU

Potsdam - Im Betrugsprozess gegen Hotelier Axel Hilpert tauchen immer neue pikante Details auf. Die Staatsanwaltschaft, die Hilpert vorwirft, beim Land Brandenburg Fördergelder in Millionenhöhe für sein Luxusresort Schwielowsee erschlichen zu haben, verlas am Mittwoch einen Brief von Peter-Michael Diestel, auf den Ermittler bei einer Razzia bei Hilperts Bank DKB stießen. Der letzte DDR-Innenminister, frühere CDU- Oppositionsführer im Landtag und Rechtsanwalt, gilt als eng vernetzt in Wirtschaft und Politik.

Sein Brief vom 2. Juni 2003 wirft erneut ein Schlaglicht darauf, wie Hilpert trotz Warnungen der Fachleute im Wirtschaftsministerium sein Projekt am Schwielowsee durchboxen konnte. Diestel hatte sich bei seinem CDU-Parteifreund und damaligen Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns für Hilpert eingesetzt, der Kunst- und Antiquitätenhändler bei DDR-Devisenbeschaffer Schalck- Golodkowski und Stasi-Agent war.

Ende Mai 2003 eröffnete Hilpert in Petzow seinen Yachthafen mit 1000 Gästen und reichlich Prominenz. Diestel kam nicht, schrieb Hilpert aber, er solle sich von kritischen Worten zu seiner Vergangenheit nicht entmutigen lassen. Ohne diese Vergangenheit „würden Sie auch nichts darstellen“. Er werde „in schweren Stunden an Ihrer Seite“ stehen. Der entscheidende Satz: „Ich glaube einen kleinen Beitrag dennoch geleistet zu haben, in dem ich einen alten, jung gebliebenen Kampfgefährten, nämlich unseren Wirtschaftsminister, für Ihr Vorhaben begeistern konnte“. Ob Diestel auf Junghanns’ DDR-Karriere anspielte, ist unklar. Seine Stellungnahme war bis Redaktionsschluss nicht zu erhalten. Als Funktionär der Bauernpartei hatte er im Sommer 1989 die Mauer als Schutz vor „brauner Pest“ dahinter verteidigt. axf/hkx

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