Berlin : Himmelwärts

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VON TAG ZU TAG

Andreas Conrad über die

Fluguntauglichkeit der Münchner

Der Münchner im Himmel fühlt sich dort nicht sonderlich wohl, das hat Ludwig Thoma am Beispiel des Dienstmanns Alois Hingerl ein für allemal vor Augen geführt. Weder „frohlocken“ noch „Hosianna singen“, ja nicht mal die Aussicht auf ortstypisches „Manna“ konnten ihn zufrieden stellen. Wozu also, wenn er sich zwischen Wolken so unwohl fühlt, braucht der Münchner ein Flugzeug? Die Frage spielte in der hiesigen Politik bislang keine Rolle, was nur ein weiteres Versagen der regierenden Kräfte bedeutet. Denn ist es auf Dauer wirklich hinzunehmen, dass die Rekordmaschine des Flugpioniers Orville Wright, mit der er als Erster in den Himmel über Berlin aufstieg, am Ufer der Isar dahindämmert? Welchen Fortschrittsglauben, hierzulande längst erlahmt, könnte man unserer Metropole wieder einimpfen, indem man das Fluggerät zurückholte. Und selbst wenn diese Forderungen in München schnöde abgewiesen würden, wäre der solidarisierende Effekt nicht zu unterschätzen. Was anderen Völkern Recht ist, kann uns nur billig sein. Machen wir’s den Griechen nach! Beharrlich fordern sie die Rückgabe der Elgin Marbles, der entführten Teile der Akropolis. Und die Türken wollen zu gern den Pergamonaltar … Nein, man soll nichts übertreiben. Der Altar bleibt hier.

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