Hinter den Kulissen : Ein Grüner in Amerika

So sieht es hinter den politischen Kulissen aus: Ein Grüner bei den Bayern in New York und ein viel gereister Protokollchef.

Der Berliner Grünen-Abgeordnete Özcan Mutlu ist nicht nur Bildungsexperte, sondern ein ausgesprochener Transatlantik-Freund. Er hält an amerikanischen Universitäten regelmäßig Vorträge und betreut hin und wieder amerikanische Gruppen, die nach Berlin kommen. Zurzeit befindet er sich auf Einladung des State Department in den USA und besuchte vor kurzem New York City. Ein guter Freund lud Mutlu zu einem Abendessen ins East Village ein. „Das ist ein ähnlich lebendiger und bunter Bezirk wie Kreuzberg“, sagt der Grüne. Als er in New York dann vor einem Restaurant namens „Zum Schneider“ stand, war er etwas irritiert: Auf der Speisekarte standen Weißwurst und Paulaner. Özcan Mutlu war in einem bayerischen Lokal im East Village gelandet. Der Kellner entpuppte sich als Deutsch-Türke aus Frankfurt am Main, der seit vier Jahren in New York lebt. Er erkannte Mutlu und begrüßte ihn herzlich. Das half dem Grünen-Politiker über seinen „echten Kulturschock“ in dem Lokal hinweg.

Die Protokollchefs der Berliner Senatskanzlei werden nach vier oder fünf Jahren turnusmäßig „ausgetauscht“. Das hat gar nichts mit ihrer Eignung zu tun, sondern mit einer Verabredung zwischen dem Senat und dem Auswärtigen Amt. Das Amt nämlich stellt ausgebildete Diplomaten für diese wichtige Position in der Senatskanzlei zur Verfügung. Nach vier Jahren verabschiedete sich vergangene Woche Otto Lampe als Protokollchef. Sein Nachfolger heißt Rolf Schütte. Der 56-Jährige hatte 1981 seine Ausbildung zum höheren Auswärtigen Dienst absolviert und war dann unter anderem in Moskau, Tel Aviv, Bonn, New York und Rom bei den deutschen Botschaften und Vertretungen beschäftigt. Von 2005 bis 2009 war er als Generalkonsul in San Francisco tätig. Eine seiner ersten Amtshandlungen als Protokollchef wird Schütte bei der Leichtathletik-WM vornehmen: Am 21. August lädt das Land Berlin zur „Athletics Night“ ins Deutsche Technikmuseum ein. Sabine Beikler

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