HINTER DEN KULISSEN : HINTER DEN KULISSEN

Ulrich Zawatka-Gerlach schickt das Abgeordnetenhaus in die Ferien

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Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Irgendwann hatten sie keine Lust mehr. Planmäßig sollte die letzte Sitzung des Abgeordnetenhauses vor den Sommerferien bis 23.15 Uhr dauern. Doch ab Tagesordnungspunkt 4D galoppierte der Vize-Parlamentspräsident Uwe Lehmann-Brauns (CDU) im wilden Ritt über den Parcours der Gesetze, Beschlussempfehlungen, Anträge und Wahlen. Reden wurden zu Protokoll gegeben, Beratungen abgesetzt. Zustimmungen, Ablehnungen und Enthaltungen gerieten ein wenig durcheinander. „War das jetzt ein Nein der CDU?“, fragte Lehmann-Brauns. Oder: „Die Koalition stimmt, wenn auch zögerlich zu.“ Es gab zwar kein WM-Spiel, aber die Abgeordneten drängte es hinaus in den sommerlichen Abend. Gegen 20 Uhr war Schluss. Na, dann schöne Ferien.

Nur der Grünen-Abgeordnete Dirk Behrendt spielte den Spaßverderber, als er unbedingt noch zu einem Antrag seiner Fraktion sprechen wollte, obwohl deren Anliegen auch von SPD, Linken, CDU und FDP einmütig unterstützt wurde. Es ging um die Einsetzung von Vertrauensanwälten zur Korruptionsbekämpfung. Nach der überflüssigen Rede Behrendts sagte der SPD-Rechtsexperte Fritz Felgentreu im Namen aller vier übrigen Fraktionen, „dass wir den Antrag auch toll finden“. Aber damit sei es jetzt auch genug.

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