HINTER DEN KULISSEN : HINTER DEN KULISSEN

Stefan Jacobs über komische Hexen, komische Katzen und komische Fragen

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Unbestechlich und unparteiisch – so gehört es sich für den Landesrechnungshof. Aber sonntags darf auch mal Partei ergriffen werden, wenn Not an Mann oder Frau ist. So geschehen am vergangenen Wochenende, als die Frauen der Linken bei der Marathon-Staffel auf dem Tempelhofer Feld antreten wollten und dringend Ersatz für eine ausgefallene Mitläuferin brauchten. Marion Claßen-Beblo, die Präsidentin des Landesrechnungshofes, sprang ein. Sie lief im Team mit Klaus Lederers Referentin Katina Schubert sowie den Abgeordneten Elke Breitenbach, Jutta Matuschek und Gabriele Hiller. Alle hielten durch, aber die Laufzeit von 4:12:52 bedeutete nur Platz 97 von 116. Vielleicht lag es daran, dass Matuschek am Abend zuvor ihren 50. gefeiert hatte und Hiller ihren Geburtstag am Sonntag mit Sektfrühstück begonnen hatte. Das Team hieß übrigens „Red Witches Berlin“. Auch wenn die Präsidentin mit den „Roten Hexen“ lief: Werktags bleibt der Rechnungshof unparteiisch.

Was macht eigentlich Muschi?, fragen sich viele, nachdem Kragenbär Mäuschen im Zoo starb und die adoptierte Katze quasi als Witwe zurückblieb. Anders als andere stellte der SPD-Abgeordnete Stefan Zackenfels diese Frage auch laut – im Plenum: „Gibt es Maßnahmen, konkret, mit denen der Senat die Trauerarbeit der Katze Muschi nach dem Tod des kranken Mäuschen unterstützt?“, wollte er von Senatorin Katrin Lompscher wissen. Das brachte ihm zunächst den Hinweis von Parlamentspräsident Walter Momper ein, dass Klamauk in der Fragestunde nicht vorgesehen sei. Lompscher teilte „mit dem gebotenen Ernst“ mit, dass sie nicht im Bilde sei. Der Grüne Thomas Birk verkündete unzuständigerweise, nach seiner Kenntnis sei die Katze „schon längst gestorben“. Viel Verwirrung also um dieses wichtige Thema. Deshalb hier die Klarstellung: Muschi lebt, ist grob geschätzt zehn bis zwölf Jahre alt und nach Auskunft des Zoos zwar traurig, aber wohlauf.

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