HINTER DEN KULISSEN : HINTER DEN KULISSEN

Die Linken bekommen seltsame Post und die SPD ist unheimlich begehrt

Foto: Mike Wolff
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Bevor in der kommenden Woche wieder knallhart durchregiert wird, wurde die Weihnachtspost erledigt. Deren Aufarbeitung hat manche Linke verblüfft. Fraktionsgeschäftsführer Uwe Doering erhielt einen Gruß der Nordelbischen evangelisch-lutherischen Kirche aus Kiel, der an ihn als „Vorsitzenden der Europäischen Union“ und „Minister a.D.“ adressiert war – mit korrekter Abgeordnetenhausadresse. Doering hat zwar eine SEW-Vergangenheit und eine Karriere als Betriebsratschef von AEG vorzuweisen, aber ein Ministerium oder gar die EU hat er bisher nicht geleitet. Offenbar haben die Kirchengrüßer ihn mit dem schleswig-holsteinischen Ex-Minister Uwe Döring (SPD) verwechselt, der 2010 Landeschef der dortigen Europa-Union (nicht zu verwechseln mit der Europäischen Union) wurde. Ebenso erstaunt war Evrim Baba, als ihr das vom früheren Senatssprecher Michael Donnermeyer medial betreute „Informationszentrum Klima“ unter der Anrede „Professor Baba“ schrieb: „Wir hoffen, auch im nächsten Jahr auf Ihre Fachkompetenz, Ihr Wohlwollen und Ihre innovativen Ideen bauen zu dürfen.“ Am Wohlwollen wird es nicht scheitern, aber ansonsten lässt das Klima die Frauenpolitikerin Baba eher kalt.

Die SPD findet ihren Klaus Wowereit so gut, dass sie 50 000 Postkarten mit Redezitaten von ihm in Kneipen verteilen ließ. Jetzt hat die auf solche Aktionen spezialisierte Firma eine Mitnahmequote von sensationellen 85 Prozent binnen zwei Wochen gemeldet. Normal seien eher 40 Prozent. „Wir freuen uns, dass die Postkarten so gut ankommen“, sagt Landesgeschäftsführer Rüdiger Scholz. Dabei könnte ihm die Sache durchaus unheimlich sein, denn die 85 Prozent-Quote ist nach Auskunft der Firma sonst nur mit Nackedeis und Tierbabys erreichbar. Stefan Jacobs

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