HINTER DEN KULISSEN : HINTER DEN KULISSEN

Liebe Genossen im Abgeordnetenhaus und Nachsitzen bei den Grünen

Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Eine Kleiderordnung gibt es im Berliner Parlament nicht, da geht es mitunter ganz schön bunt zu. Aber für die Plenardebatten gilt ein festgefügtes Regelwerk. „Sehr geehrter Herr Präsident (oder Frau Präsidentin), meine Damen und Herren …“, so beginnt jede ordentliche Rede. Kaum einer kennt die Gepflogenheiten besser als der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses, Uwe Lehmann-Brauns, der seit 1979 – mit kurzer Unterbrechung – im Landesparlament sitzt. Und so fiel es Lehmann-Brauns in der letzten Sitzung sofort auf, dass der SPD- Abgeordnete Michael Arndt die fraktionsübergreifende Runde mit „liebe Genossinnen und Genossen“ ansprach. Arndt ist manchmal etwas zerstreut. Der Vize-Präsident ließ ihn ausreden, um den Kollegen dann zu belehren, dass er sich diese Anrede besser verkneifen sollte, solange das Abgeordnetenhaus nicht wirklich aus lauter Genossen bestehe. za

Die Grünen haben den späten Freitagnachmittag entdeckt, um das Publikum zu agitieren. Den Frühjahrsempfang der Fraktion im Abgeordnetenhaus nutzt Spitzenkandidatin Renate Künast zum programmatischen Warm-up: Für eine neue politische Kultur warb sie, die mit ausführlicher Kritik an Klaus Wowereit begann: Flugroutenstreit, Volksentscheid in Sachen Wasser, das SPD-Versprechen von 100000 Jobs – nach zwanzig Jahren Regierung – die grüne Frontfrau hat sich mit Kritik an Wowereit schwer bewaffnet. Für sie ist der Wahlkampf vor allem: ein Duell. wvb.

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