HINTER DEN KULISSEN : HINTER DEN KULISSEN

David McAllister besucht seine Schule, Michael Braun denkt an Brecht

Foto: dpa
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Es gibt, auch wenn es der Regierende Bürgermeister kaum glauben und nicht hören mag, gebürtige Berliner, die Berlin verlassen haben. David McAllister, der Ministerpräsident von Niedersachsen, ist ein solcher. Er wuchs in der Briten-Siedlung am Olympiastadion heran, seine erste Schule war die Wald-Grundschule in Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Wald-Oberschule wiederum war am Freitagabend Versammlungsort für die Landeskonferenz der Jungen Union, zu der McAlllister als Ehrengast anreisen wollte – nicht zuletzt, um seine alte Schule mal wiederzusehen, wie sein Sprecher mitteilte. Grundschul-Nostalgie in Ehren, aber ansonsten trauere McAllister Berlin eher nicht hinterher, heißt es in Regierungskreisen. wvb.

Dass im Abgeordnetenhaus gerne und lange über Dinge geredet wird, mit denen das Landesparlament nichts zu tun hat, kommt öfters vor. Am Donnerstag nun war der CDU-Abgeordnete Michael Braun davon so genervt, dass er einen Lyriker zur Hilfe nahm, der politisch nicht auf seiner Linie liegen mag, der aber Brauns Empfindung auf den Punkt brachte. Es ging um das Berliner Einheitsdenkmal des Bundes, für das eine Jury kurz zuvor die Entscheidung gefällt hatte. Diese Entscheidung, mit der das Landesparlament rein nichts zu tun hatte, wollten die Grünen am späten Donnerstagabend diskutieren. Statt nun alle Argumente abzuwägen, berief sich der Kulturpolitiker Braun auf Bertolt Brecht: „Reden über Angelegenheiten, die durch Reden – ich füge hinzu: hier im Abgeordnetenhaus – nicht entschieden werden können, muss man sich abgewöhnen.“ Dafür erhielt der CDU-Mann sogar Beifall von der SPD – und dürfte sich als Anwärter auf den Preis für die kürzeste Rede der Legislaturperiode empfohlen haben. lvt

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