HINTER DEN KULISSEN : HINTER DEN KULISSEN

Ein Christdemokrat voller Spannung und ein Linker mit Müllschlucker-Faible

Foto: ddp
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Der CDU-Fraktionsvize Mario Czaja kümmert sich nicht nur um Gesundheitspolitik. Er ist auch ein spannungsgeladener Kenner des Berliner Stromnetzes. Seit den 1950er Jahren wird in Berlin das 3x220-Volt-Niederspannungsnetz auf 400 Volt umgestellt. Das ist stadtweit zu 98 Prozent abgeschlossen. Die 400-V-Spannung ist Voraussetzung für den Einsatz energiesparender Technologien wie Wärmepumpen in Haushalten. Nur Mahlsdorf und Kaulsdorf erhalten kein neues Spannungsnetz. Der Senat hält das laut einer Anfrage auch für „nicht notwendig“. Darüber wundert sich Mario Czaja. Erstens gehe es um Energieeinsparungen. Und zweitens würden die Ortsteile Mahlsdorf und Kaulsdorf „zwar schon näher an Polen liegen“, sagt Czaja, „aber sehr wohl noch zu Berlin gehören“.

Politiker nutzen den 1. Mai gern, um auf den Straßenfesten mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Sehr fröhlich erschien der Fraktionschef der Linken, Udo Wolf, nach dem Feiertag in seinem Büro und berichtete, dass es mit den Linken wieder aufwärtsgehen werde. Warum? Udo Wolf antwortete ausführlich einer älteren Dame, die sich schriftlich über das Ende der Müllschlucker in Wohnhäusern und Großsiedlungen beschwerte. Bis 2013 müssen nämlich alle Abfallschächte aus brandschutztechnischen und hygienischen Gründen in Berlin geschlossen werden. Entsprechend wurde 2009 die Bauordnung geändert. Diese Dame traf am 1. Mai auf Udo Wolf und sprach ihn an. Sie würde jetzt die Linke wählen, da die sich wenigstens um das Müllschlucker-Problem kümmere. So einen Zuspruch hat die Linke nötig. Laut Umfragen ist in den letzten Monaten ein Abwärtstrend für die Partei zu verzeichnen. Derzeit liegen ihre Werte bei zehn Prozent. Sabine Beikler

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