HINTER DEN KULISSEN : HINTER DEN KULISSEN

Grüne Stacheleien auf der Feier und ein liberales Solarboot auf der Spree

Foto: dpa/Carmen Jaspersen
Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Der Fraktionschor der Grünen hat einen legendären Ruf: Er ist tontreffend und textsicher. Für die Feier der Grünen-Fraktion zu 30 Jahren Parlamentsarbeit am Freitagabend im Abgeordnetenhaus studierte die grüne Gesangsvereinigung eine neue Komposition ein. Auf die Melodie von „Mein kleiner grüner Kaktus“ wurde getextet: „Mein kleiner grüner Igel / regiert bald in Berlin. Was brauch’ ich da noch Wowi, den schick’ ich sonst wo hin.“ Auch Renate Künast, die Kandidatin, die Wowereit sonst wo hinschicken will, wollte sich am Chorgesang beteiligen. Eingeladen waren viele ehemals oder noch aktive Grüne wie der Bundestagsabgeordnete und frühere Fraktionschef Wolfgang Wieland. Der Senator a.D. gab gemeinsam mit Sibyll Klotz, ebenfalls Ex-Fraktionschefin, heutige Gesundheitsstadträtin und Bürgermeisterkandidatin im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, einen Rückblick und Ausblick. Eine Ausstellung im Abgeordnetenhaus zeigt eine Übersicht über die parlamentarischen Erfolge der Grünen. Außerdem sind Objekte mit historischem Wert ausgestellt wie eine Schüttelkugel, die mit rieselndem Ruß auf die Luftverschmutzung von Berlin hinweist oder ein selbst gestrickter Pullover mit Anti-Atomkraft-Emblem. Dazu hat die Fraktion eigens für das Jubiläum eine Anleitung zum Nachstricken erstellen lassen. sib

Das hat die Liberalen sehr geärgert: Die CDU, der man sich etwas mehr verbunden fühlte als der rot-knallrot-grünen Berliner Politmehrheit, will der FDP die Gäste wegnehmen. Für den 24. Mai hatte FDP-Fraktionschef Christoph Meyer zum „Frühlingsfest“ längst geladen, da besetzte die Union denselben Abend und lud zum „Jahresempfang“. Das war bitter für die liberalen Fest-Organisatoren – zumal man, so versichert einer von ihnen – vor Monaten die Termine abgesprochen habe. Nun höre man von all den wichtigen Leuten, sie müssten dann doch wohl eher zur CDU... Und während die FDP im Krisen-Koma der Wahl entgegenschwächelt, höhnte CDU-Vormann Frank Henkel noch, man werde sich mit den Liberalen gar nicht mehr befassen. Doch man unterschätze die Derzeit-Zwei-Prozent- Partei nicht! Meyer hat für den 24. Mai abends ein Solarboot gechartert. Das soll vor dem Fest der CDU im „Spreespeicher“ kreuzen und am fortgeschrittenen Abend Wechselwähler aufs andere Spreeufer holen. Dort, im „Spindler und Klatt“ im tiefsten SO36, feiern die fröhlichen Liberalen. wvb.

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