HINTER DEN KULISSEN : HINTER DEN KULISSEN

Ulrich Nußbaum hat große Pläne und Volker Ratzmann kurze Nächte

Foto: Mike Wolff
Foto: Mike Wolff

Der Wahlkampf geht von der kalten in die lauwarme Phase über, wenn der erste Senator einen anderen aus dem Amt mobben will. Finanzsenator Ulrich Nußbaum zog in diesem Sinne über die Wirtschaftsförderpolitik des Kollegen Harald Wolf her. Ganz der gelernte Unternehmer und Marketingfachmann, belehrte Nußbaum seine Zuhörer, die Berliner Wirtschaftsförderung sei diffus und ohne Erfolgskontrolle. Er – so ließ sich Nußbaum vernehmen – stehe nach der Wahl als Senator auch für das Wirtschaftsressort zur Verfügung, um es besser zu machen. Der angemobbte Kollege Wolf reagierte dezent. Er verkniff sich einen Hinweis darauf, dass es in der Nußbaum nahestehenden SPD eine Neigung gibt, den Mann aus Bremen nach der Wahl nicht wieder aufzustellen. Wolf erklärte bloß, dass die Wirtschaftsförderung längst auf Wachstumsfelder konzentriert werde – und Berlin in der Gesundheitswirtschaft oder der Logistik überdurchschnittliche Wachstumsraten aufweise. „Es ist erstaunlich, dass der Kollege nach zwei Jahren in Berlin noch nicht registriert hat, dass das, was er fordert, schon längst Realität ist.“ wvb.

Kurze Nächte, wenig Schlaf für den Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann. Doch nicht etwa der Wahlkampf ist verantwortlich, sondern ein durchaus erfreuliches Ereignis: Der 51-Jährige ist am Donnerstag zum zweiten Mal Vater geworden. Um 6.18 Uhr hat seine Ehefrau Kerstin Andreae (42, Grünen-Bundestagsabgeordnete) Sohn Paul im Rudolf-Virchow-Klinikum zur Welt gebracht. „Mutter und Kind sind wohlauf“, sagt Ratzmann. Mit Tochter Emma (2) und Andreaes Sohn Mauritz aus erster Ehe lebt die Familie in Kreuzberg. Eine Babypause legt Ratzmann dieses Mal nicht ein. Am Freitag war er schon bei der Verabschiedung des Polizeipräsidenten unter den geladenen  Gästen. tabu

Im Hauptausschuss geht es schon mal hart zur Sache: Da wird über Finanzen, Einsparungen und politische Forderungen gestritten. Am Mittwoch standen auf allen Tischen Pappteller, Plastikgabeln und viele Kuchenstücke. Käse-Streuselkuchen, Mandarine-Sahne-Torten und Zitronenkuchen hatte die CDU-Abgeordnete Monika Thamm mitgebracht. Frau Thamm feierte ihren 67. Geburtstag und freute sich darüber, dass die Parlamentarier ihren selbst gebackenen Kuchen lobten. „Man schreit sich ja schon mal an“, sagte die CDU-Politikerin, „aber an einem Geburtstag ist die Stimmung doch sehr friedlich.“ Zwei Tage lang habe sie Kuchen gebacken, der Transport sei eine logistische „Meisterleistung“ gewesen. sib

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben