HINTER DEN KULISSEN : HINTER DEN KULISSEN

Eine SPD-Politikerin vermehrt den Kulturgenuss unter ihren Genossen, eine CDU-Frau kämpft mit Parkscheinautomaten und ein Linker gegen die Grünen

Kulturpolitiker haben einen schweren Stand. Oft werden sie belächelt, wenn sie mehr Geld für Kultur fordern. Um ihren Parteifreunden Kultur begreifbarer zu machen, führte SPD-Kulturpolitikerin Brigitte Lange „kulturelle Bildung“ in ihrer Fraktion ein. Sie organisiert seit Jahren Museumsbesuche und Theater- oder Opernabende. In dieser Woche schauten sich 25 SPD-Parlamentarier die Dali-Ausstellung am Potsdamer Platz an und hatten einen schönem Blick von der Dachterrasse. Für alle SPD-Mitglieder gibt es die von ihr gegründete Initiative „Genossen in die Oper“. „Die Sozialdemokraten sollen nicht nur konsumieren“, sagt die SPD-Frau, „sondern mit den Eintrittsgeldern Kultur unterstützen“.

Viel Geduld musste Cornelia Seibeld mit einem Parkscheinautomaten haben. Für drei Stunden Parken in Mitte hatte die CDU-Rechtspolitikerin zu wenig Münzen und musste mit EC-Karte bezahlen. Eine Gebrauchsanweisung fehlte. Frau Seibeld musste jede Minute manuell eingeben, also 180-mal drücken. „Das ist nicht verbraucherfreundlich“, kritisiert sie, „und für ausländische Berlin-Besucher überhaupt nicht zu verstehen“.

Die Linke leidet unter den Grünen, die zurzeit mit 24 Prozent zehn Punkte vor den Linken liegen. Deshalb startete der Linksabgeordnete Gernot Klemm den ultimativen Frontalangriff. Auf seiner Website erklärt er, die Grünen seien „selbstgerecht“ und hätten einen „moralischen Unterton“. Und er sei froh, kein Grüner zu sein. Wäre er einer, würden ihm zwar viele Wählerstimmen winken, aber „dafür hätte ich keinen meiner jetzigen Freunde mehr“. Sabine Beikler

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