Berlin : Hinter den Kulissen (Kommentar)

Brigitte Grunert

m Allgemeinen riecht man jedes Feuerfünkchen hinter der politischen Bühne zehn Meter gegen den Wind. Diesmal war es anders. Nicht das leiseste Zeichen von Nervosität war am Donnerstag während der Abgeordnetenhaus-Sitzung spürbar. Auch die Großkopfeten der Koalition ahnten nichts vom Rücktritt von Christa Thoben. Nie war solche Windstille vor dem Sturm. Während eine schulpolitische Debatte plätscherte, hockten die Kulturpolitiker aller Fraktionen entspannt bei einer Besprechung im Kasino. Eberhard Diepgen wirkte zwar etwas in sich gekehrt, aber das ist öfter so. Oder hatte SPD-Fraktionschef Klaus Wowereit bemerkt, dass Frau Thoben nicht mehr zurechtkam? Der Mann der "Finanzhoheit", der immerfort Unterstützung für die Kultur- und Wissenschaftssenatorin anmahnte, nur nicht mit Geld, sondern gegen Begehrlichkeiten, unterhielt sich am Rande der Plenarsitzung mit der Kulturausschuss-Vorsitzenden Monika Grütters (CDU). "Ihr werdet Frau Thoben aus dem Verkehr ziehen müssen", sprach er. Frau Grütters widersprach.

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