Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Katrin Lompscher tut das Richtige, Sven Kohlmeier raucht trotz Verbot

Der Verdienstorden für den früheren Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen liegt der Linkspartei so schwer im Magen, dass sich am Montag der Landesvorstand mit dem so wichtigen Problem der Landespolitik befasste. Am Ende wurden die eigenen Senatsmitglieder abgewatscht. Die Partei erwarte von ihnen eine größere Sensibilität; die Vergabe des Ordens sei ein politisch falsches Signal. Damit nicht genug: In der Fragestunde des Landesparlaments fragte der junge Grünen-Abgeordnete Stefan Ziller am Donnerstag die Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher genüsslich, wie sie ihre Zustimmung im Senat zur Ehrung des CDU-Ehrenvorsitzenden begründet habe. Knurrig verwies die Linken-Politikerin auf die Vertraulichkeit der Sitzung, aber Ziller hakte nach und bekam die tiefgründige Antwort: „Ich kann Ihnen versichern, dass ich persönlich davon überzeugt bin, das Richtige getan zu haben.“ za

Die Raucher unter den Abgeordneten haben es nicht mehr so leicht mit ihrer Sucht, seit im Preußischen Landtag ein Rauchverbot gilt. Der SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier fühlt sich dadurch in seiner Freiheit eingeschränkt. Er finde, das Rauchverbot im Haus gehe zu weit. Die Mischung aus Entzugsgefühl und Freiheitsbeschränkung animiert ihn gelegentlich zu zivilem Widerstand – dann zündet Kohlmeier die Zigarette noch im Haus, auf dem Weg nach draußen an. Neulich erinnerte ihn ein Nichtpolitiker an das Rauchverbot, was Kohlmeier mit der Bemerkung parierte, das sei ihm egal. Wenn das Walter Momper, Abgeordnetenhauspräsident und Kohlmeiers Fraktionsgenosse, wüsste. Und der junge SPD- Mann ist nicht der Einzige im Widerstand. Ein anderer Raucher geht zum Rauchen angeblich auf die Toilette. Schwer zu sagen, wie er das mit seiner Würde zusammenbringt. wvb.

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