Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Ein Bestseller, eine Körting’sche Butterfliege und grünes Theater

Kaum jemand zweifelt daran, dass sich Klaus Wowereit gut verkaufen kann. Aber jetzt ist auch das gedruckte Lebenswerk des Berliner Regierungschefs in den Buchläden ein Renner. Vor drei Wochen hat er es mit großem Brimborium vorgestellt – nun steht es in den Bestsellerregalen ganz vorn. In der „Spiegel“-Liste auf Platz 7. In der „Focus“-Liste auf Platz 9. Wenn auch nicht bei der Belletristik, sondern in den Sachbuch-Charts. Zwischen „Eine deutsche Affäre“ und dem Lebensratgeber „Liebe dich selbst und freu dich auf die nächste Krise“. za

Innensenator Ehrhart Körting ist bekannt für humoreske Einlagen. Als er am Dienstag über das Messerverbot, das Tragen gefährlicher Messer in der Öffentlichkeit, referierte, erwähnte er das verbotene Butterflymesser. Diese Stichwaffe, so Körting, sehe aus wie eine „Butterfliege“. Nun kann zwar Butterfly mit Schmetterling und auch mit Butterfliege übersetzt werden. In natura aber existiert keine Butterfliege. Das weiß Biologe Klaus Hoffmann vom Zoologischen Institut der FU Berlin. Vielleicht wandelt Ehrhart Körting gern auf den Spuren von Loriot: Der Komiker schaffte es, dass die Steinlaus, ein von ihm kreiertes Nagetier, einen Eintrag ins medizinische Wörterbuch „Pschyrembel“ gefunden hat. Haben Sie etwa noch nie von der deutschen Butterfliege gehört? sib



Der Grünen-Politiker Özcan Mutlu ist schwer im Stress: Der Schulexperte versucht sich im Schauspielfach und steht zwei- bis dreimal die Woche für Probeaufführungen auf der Bühne. Am 2. November ist Premiere: Mutlu tritt mit fünf anderen Laienschauspielern im Stück „Klassentreffen – die zweite Generation“ im Theater Hebbel am Ufer auf. In dem Stück von Shermin Langhoff erzählen sechs Berliner Deutschtürken von ihrem Leben und ziehen bei ihrem Wiedersehen Bilanz. Alle Schauspieler sind Autodidakten. „Schauspielerei ist echt harte Arbeit“, sagt Özcan Mutlu. Seitdem er auf der Bühne steht, hält der Grünen-Politiker es für ein reines Gerücht, dass Politiker auch gute Schauspieler sein müssen. sib

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