Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Klaus Wowereit bekennt sich, Uwe Lehmann-Brauns organisiert

Gerne hält die Opposition dem Regierenden Bürgermeister vor, er sage nicht, was er wolle: Wissenschaft, Bildung, Integration – Wowereit überlasse alle Streitfragen den Fachsenatoren. Der Grünen-Abgeordnete Michael Schäfer entlockte dem Regierenden nun immerhin ein paar Thesen zum Klimaschutz. Schäfer redete am fortgeschrittenen Donnerstagabend zur Berliner Klimapolitik: Die sei sogar auf der symbolischen Ebene erfolglos. Anders als der rote Ken Livingstone in London führe Wowereit „keinen Schritt weit“, er werbe sogar noch für Billigflieger, auch wenn die massenweise Kohlendioxid brächten. Da rüpelte Wowereit von der Senatsbank derart dazwischen, dass Parlamentspräsident Walter Momper ihn aufforderte, „Zwischenrufe von der Senatsbank zu unterlassen“. Daraufhin begab sich der Abgeordnete Wowereit in die Reihen der SPD-Fraktion, redete über Flugverkehre und Kohlekraftwerke. Am Ende dankte ihm Schäfer dafür, „dass Sie sich hier in dieser Legislaturperiode zum ersten Mal zu diesem Thema geäußert haben“.

Uwe Lehmann-Brauns

gehört in der CDU zu denen, die den bürgerlichen Lebensstil ganz bewahrenswert finden. Dazu nutzt Lehmann-Brauns nun auch sein Amt als Stellvertretender Präsident des Abgeordnetenhauses. Wenn Kulturstaatssekretär André Schmitz im Roten Rathaus Literaturabende oranisiere, könne er das auch, dachte sich der CDU-Mann. So soll am 28. November um 20 Uhr in Lehmann-Brauns Amtszimmer die der DDR entstammende Autorin Ines Geipel lesen. Lehmann-Brauns will nicht für die Literatur werben, er will, dass Abgeordnete zusammenkommen „mit den Köpfen Berlins, von denen die Stadt so viele hat“. wvb.

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