Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Sarrazin spart Energie, Meyer rockt, Lehmann-Brauns wird belehrt

Alle waren müde, als Finanzsenator Thilo Sarrazin kurz vor Mitternacht im Abgeordnetenhaus ans Rednerpult trat. Trotzdem saß ihm der Schalk im Nacken. Genüsslich nahm der Senator die Sparvorschläge der Opposition auseinander und meierte die Grünen ab. Deren Vorschlag, für 500 Millionen Euro öffentliche Gebäude klimaschützend zu sanieren, sei teuer und ineffektiv. „Die wahre Energieeinsparung ist immer noch die richtige Einstellung des Heizungsthermostats und die Frage, ob die Fenster offen sind oder zu“, belehrte er das Hohe Haus. Dann griff er auf die Erfahrungen im Mittelalter zurück. „Damals verbrauchte man weniger Energie, weil die Menschen kälter wohnten.“ za

We are Moderhead, and we play Rock ’n’ Rooooooll“, schrie Lemmy Kilmister von der legendären Rockband Motörhead am Montag auf dem Konzert in der Columbiahalle. Mitten unter Langhaarigen in schwarzem Leder standen fünf brave Liberale, darunter Christoph Meyer. Der FDP-Fraktionsvize erlebte High- Speed-Rock statt Hochkultur. Was Musikfans wissen: Bei solchen Konzerten sind Ohrstöpsel dringend anzuraten. Die hatte Meyer vergessen und freute sich, dass er am nächsten Tag wieder hören konnte. „Es war eine interessante Erweiterung meines kulturellen Spektrums“, sagte der Liberale. Nur bezeichnete er Motörhead als eine Entwicklungsstufe vor der Rockband Metallica. Das grenzt an Blasphemie. sib

Subtile Boshaftigkeit stärkt weibliche Führungskraft. Das wird der CDU- Kulturpolitiker Uwe Lehmann-Brauns von der Bundeskanzlerin wissen. Nun hat es ihm die rbb-Intendantin Dagmar Reim abermals bewiesen. Lehmann-Brauns hatte ihr nach Protesten gegen die Neugestaltung des Lichthofes im Poelzig-Bau an der Masurenallee öffentlich zum „Demöblieren“ geraten. Reim schrieb ihm nun, der Sinn der „von einer kundigen Architektin“ entworfenen neuen Möbel sei, dass man den Besuchergruppen gastfreundlicher gegenübertreten könne. Auch sei alles mit dem Denkmalschutz abgestimmt. „Wir sind ja kein Rundfunkmuseum“, beschied die Intendantin den Abgeordneten. wvb.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar