Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Die wilden Spekulationen über die Zukunft des Berliner Finanzsenators und ein FDP-Fraktionschef mit zu wenig Konzentration auf wesentliche Dinge

Wo Rauch ist, da ist auch Feuer. Das wissen nicht nur die Indianer. Deshalb muss Finanzsenator Thilo Sarrazin seit geraumer Zeit mit dem Verdacht leben, er wolle im Frühjahr 2009 zur Bundesbank wechseln. Berlin und Brandenburg haben das Vorschlagsrecht, und seitdem die „Süddeutsche Zeitung“ im Mai 2007 den sozialdemokratischen Sparkommissar als einzig geeigneten Kandidaten der Region lobte, wird der Senator das ehrenhafte Gerücht nicht mehr los. Vielleicht will er das auch nicht. Vielleicht ist ja was dran und es gibt nur eine gemeinsame Sprachregelung der drei Leute, die mehr wissen müssten. „Wilde Spekulation“, sagt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und scherzt: Wenn schon, dann müsse Sarrazin zur Weltbank gehen. „Wilde Spekulation“, sagt auch der Betroffene selbst, und SPD-Chef Michael Müller weiß angeblich ebenfalls nicht mehr. Verbürgt ist nur, dass Sarrazin seit Jahresbeginn der Finanzministerkonferenz vorsitzt. Als erster Berliner Vertreter seit 28 Jahren. Das ist doch was. za

FDP-Fraktionschef Martin Lindner gilt eigentlich nicht als zerstreuter Mensch. Doch erst drei Tage vor der Taufe seiner Tochter Cecilia fiel ihm ein, dass eine Taufkerze fehlt. Katholik Lindner fuhr zum Orden Karmel Regina Martyrium, um eine Kerze mit dem Namen seiner Tochter in Auftrag zu geben. Lindner hatte sogar noch daran gedacht, selbige wieder abzuholen. Am Sonntag, dem Tag der Taufe, erwarteten Lindner und seine Frau viel Familienbesuch. Dreimal musste der FDP-Politiker von zu Hause zur Kirche fahren, um Verwandte dort abzusetzen. Als dann die Taufzeremonie begann, fehlte nur eines: die Taufkerze. Das war Martin Lindner äußerst unangenehm. Immerhin hatte der Pfarrer ein Einsehen mit dem vergesslichen Vater und segnete die Kerze später beim Empfang. Vielleicht sollte Herr Lindner ein paar Tage Einkehr im Berliner Kloster des Ordens halten. Karmel Regina Martyrium stellt sich als „kontemplatives Kloster in der Großstadt“ vor, in dem man „aufatmen und zu sich selbst finden“ könne. sib

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