Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Ein verpartnerter Grüner wundert sich, und ein CDU-Visionär gibt Antwort

Sogar auf dem Standesamt ist das Private politisch. Der Grünen-Abgeordnete Thomas Birk wollte sich an einem schönen Maientag mit seinem Freund verpartnern – so heißt das Verb zur Eintragung einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft. Dazu hatte er zwei Trauzeuginnen ins Standesamt gebeten und bekam prompt einen Eindruck von der Modernität der Berliner Verwaltung. 15 Minuten habe es gedauert, bis die Mitarbeiterinnen des Standesamts die Personalien der Trauzeuginnen im Standesamt-Computer eingegeben hatten. Der Rechner arbeitete mit einem im Land Berlin entwickelten Programm von 2007 und akzeptierte erst einmal nicht, dass seit einiger Zeit das Jahr 2008 läuft. So wurden die Trauzeuginnen um ein Jahr jünger gemacht. Dass eine der beiden „Diplomsozialarbeiterin“ als Beruf angab, ging schon gar nicht. Birk, der im IT-Ausschuss des Abgeordnetenhauses sitzt, sprach später mit einem Fachmann für Software-Entwicklung. Der habe ihm gesagt, man sei nur auf der Landesebene im Kontakt mit den Standesämtern. Die Bezirksebene müsse man sich noch erschließen. wvb.

Die visionären Fähigkeiten des CDU-Landeschefs Ingo Schmitt sind weithin bekannt. Ein interessierter Bürger, der den Berliner Bundestagsabgeordneten schon am 20. Mai per Mail gefragt hatte, wie es Schmitt mit der geplanten und dann gekippten Diätenerhöhung hielte, bekam jetzt – leider ziemlich verspätet – eine immerhin deutliche Antwort. „Mir war von Anfang an ziemlich klar, dass eine weitere Anhebung der Diäten nach so kurzer Zeit weder vertretbar noch vermittelbar ist“, schrieb der CDU-Mann. Dies habe er auch in der CDU/CSU-Fraktion zum Ausdruck gebracht. Die Wirkung war offenbar durchschlagend. Nun sind alle froh, dass die Hauptstadt Berlin diesen entschiedenen Volksvertreter im Bundestag sitzen hat. za

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