Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Uwe Lehmann-Brauns klärt auf, Özcan Mutlu hassliebt

Die Kultur ist ein weites Feld, und Uwe Lehmann-Brauns beackert gern dessen entlegene Winkel. Der CDU-Kulturpolitiker besucht, wenn er in Ostdeutschland unterwegs ist, die Heimatmuseen der Orte, die er passiert. Dabei sind Erkenntnisgewinne möglich, nicht allein für Lehmann-Brauns. Als er bei einer Reise durch Sachsen nach Eibenstock kam und das Heimatmuseum besuchte, fiel ihm auf, dass nichts am Ort auf Gustav Stresemann hindeutete – obwohl der berühmte Außenminister des Deutschen Reiches dort mal junger Wahlkreisabgeordneter war. Nicht mal der Bürgermeister habe von Stresemanns Wirken gewusst, sagt Lehmann-Brauns. Demnächst soll es in Eibenstock ein Schulprojekt zur Stresemann-Forschung geben, womöglich sogar einen Stresemann-Platz. wvb.

Als Özcan Mutlu vergangenen Sonntagvormittag von der Redaktion der TV-Moderatorin Anne Will angerufen wurde, dachte der Grünen-Bildungspolitiker zunächst an einen Scherz. Er sei „sehr skeptisch“ gewesen, sagte er, als er noch für Sonntagabend in die Sendung eingeladen wurde und ließ sich erst einmal eine Email mit Informationen zusenden. Mutlu sollte für den erkrankten Grünen-Europapolitiker Cem Özdemir einspringen und mit anderen Gästen wie Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky über das Thema „Kein Geld für Drückeberger – ist jeder Job besser als keiner?“ diskutieren. Er sagte dann zu, „obwohl“, wie Mutlu sagt, „Herr Buschkowsky mit in der Runde war“. Zwischen Mutlu und Buschkowsky existiert eine Hassliebe, die sich in Diskussionen über Integration gern entzündet. Der Grünen-Politiker findet einige Thesen des SPD-Kommunalpolitikers „zu platt“, wie er sagt. An der Sendung habe er dann wegen des Themas teilgenommen. Und als „Lokalpatriot“ habe er die frühere RBB-Moderatorin Anne Will nicht im Stich lassen wollen. Sehr edelmütig. sib

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben