Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Momper machte US-Wahlkampf, Lux und Herrmann versenken Jamaika

Der Streit um Barack Obama, der in Berlin vor prominenter Kulisse reden will, hat das Gedächtnis Walter Mompers aufgefrischt. Der Parlamentspräsident erinnerte sich daran, wie er im September 1983 dem schwarzen US-Bürgerrechtler Jesse Jackson das wilde Kreuzberg zeigte. Der war auf Europa-Tour, um die farbigen „Exil-Amerikaner“ zu ermuntern, sich in die Wahllisten einzutragen. Sie sollten damit Jacksons Präsidentschaftskandidatur für die Demokraten unterstützen. „Amerikas Neger wollen mehr Macht“, beschrieb der Tagesspiegel die politische Lage. Momper, damals Kreuzberger SPD-Bezirkschef, brachte Jackson mit Punks, türkischen Migranten und der Szene in der Oranienstraße in Kontakt. Ein Gespräch mit dem Regierenden Bürgermeister Richard von Weizsäcker fiel nur aus Zeitgründen aus. Jackson schaute sich noch die Mauer an und hielt im Zirkuszelt am Mariannenplatz eine Pressekonferenz ab. US-Präsident wurde der Weggefährte Martin Luther Kings allerdings nicht. za

 

Nicht alle Grünen wollen nach Jamaika. Benedikt Lux und Clara Herrmann, zwei jüngere Abgeordnete, hatten den Eindruck, in ihrer Partei sei etwas aus dem Gleichgewicht geraten. Das haben sie nun tendenziell wiederhergestellt. Lux und Herrmann verabredeten sich am Donnerstagabend mit den Linkspartei-Jungpolitikern Stefan Liebich und Benjamin Hoff, um Gemeinsamkeiten zu erkunden. Er wolle nicht, dass „links“ bei den Grünen zum Schimpfwort werde, sagte Lux, der viel von dem schwarz-grünen Bündnis in Steglitz-Zehlendorf hält. Herrmann sagte, sie wolle testen, wie die Atmosphäre mit den Jung-Linken war. Offenbar gut, der Abend dauerte lang in der Bar „Solar“ am Anhalter Bahnhof. In der Linksfraktion spotten sie, man müsse angesichts der Schwäche der SPD neue Partner in den Blick fassen. wvb.

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