Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Fritz Felgentreu und Michael Braun werden immer klüger

Es sind nicht nur Lehrer und Beamte im Abgeordnetenhaus, auch viele Anwälte und Freiberufler. Sehr selten sind Altphilologen. Genau genommen ist der SPD-Mann Fritz Felgentreu der einzige, und nun hat er sich auch noch habilitiert. In seinem Vortrag habe er ein Liebesgedicht von Horaz behandelt, sagt Felgentreu. Der Mann, der in der SPD für Rechtspolitik und ein wenig für Neukölln zuständig ist und in beiden Belangen meistens sachlich bleibt, kommt bei der Philologie ins Schwärmen. Seit er mit drei Jahren seinen Vater über den Trojanischen Krieg und vor allem über das fabelhafte Pferd habe erzählen hören, sei er dabei, sagt Felgentreu. Der Weg von der Philologie zur Politik erscheint ihm kurz. Er führt zum Beispiel über einen Text von Quintus Cicero, in dem dieser seinem Bruder Marcus Tullius Hinweise für den Wahlkampf gab. Der Text bestätige, dass sich in der Politik seit 2000 Jahren nicht viel geändert habe, sagt Felgentreu. Er will, wie bisher, als Privatdozent an der Freien Universität lehren.

 

Durch Zufall geriet der CDU-Abgeordnete Michael Braun am Montag in eine Grünen-Veranstaltung zum Umgang mit den Schwarzen. Braun erlebte, was Grüne wie Krista Sager oder Bärbel Höhn über die Union sagen, wenn sie CDU-Leute allenfalls unter den Zuhörern vermuten – und war äußerst angetan. Der Kommunikationsstil habe ihn ein wenig an die Universität erinnert, sagt Braun und fand sogar Bärbel Höhn vernünftig. Wohin das noch führen soll. wvb.

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