Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Eine sehr gemütliche Reise nach Wien und ein Abtauchen in die Unterwelt

Bloß keine Hektik: Eine Reise nach Wien sollte immer ganz, ganz gemütlich beginnen. Und so saßen am Montag die Abgeordneten Bilkay Öney (Grüne), Thomas Kleineidam (SPD) und Udo Wolf (Linke) fünf Stunden auf dem Berliner Flughafen fest, um in die österreichische Hauptstadt zu fliegen, wo sie auf andere Mitglieder des Ausschusses für Integration, Arbeit und Soziales treffen wollten. Ihr Flug wurde nach zwei Stunden ohne Angaben einfach gestrichen. Die Herren waren „etwas genervt“, weswegen Bilkay Öney in Anbetracht des Dutzends wartender Passagiere auf die „Umweltfreundlichkeit“ hinwies, nicht mit einem fast leeren Flugzeug reisen zu müssen. Nicht so humorvoll konnte Frau Öney die Auskunft in Wien nachvollziehen, dass knapp 30 Prozent, die Ende September für die rechten Parteien FPÖ und BZÖ gestimmt hatten, reine Protestwähler gewesen seien. Und dass Verwaltungsbeamte die Wiener Integrationspolitik augenzwinkernd als „gschlampert“, also etwas unordentlich umschrieben haben? Ja mei, das liegt halt am Wiener. Der mag es eben „gmiatlich“, also gemütlich. Nua kaan Stress – bloß kein Stress!

Entspannt waren am Freitag auch die Mitarbeiter der SPD–Fraktion mit Fraktionschef Michael Müller und Geschäftsführer Christian Gaebler unterwegs in den Berliner Unterwelten. Der gleichnamige Verein organisiert Führungen mit Tickets, die auch für die BVG gelten. So besichtigte die Gruppe den Bunker am Gesundbrunnen. Anschließend fuhr sie mit der BVG zur Bernauer Straße. Bei der Rückkehr stand Müller unschlüssig vor dem Fahrscheinautomaten. Gilt das Vereins-Ticket auch für die Rückfahrt? Gaebler sagte forsch, er habe ohnehin eine BVG-Monatskarte, Müller aber nicht. Daraufhin stieg Müller keck ohne neue Karte in die U-Bahn ein. Kein Problem, diese Tickets gelten für Hin- und Rückfahrt. Sabine Beikler

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