Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Das SPD-Müller-Trio auf Städtereise und die Grünen auf musikalischem Trip

Männerausflüge sind bei Familie Müller seit Jahren eine Institution. Inzwischen begeben sich schon drei Generationen auf Kurz- und Städtereisen. Das Männertrio bilden der 43-jährige SPD- Landes- und Fraktionschef Michael Müller, sein 67-jähriger Vater Jürgen Müller und Michael Müllers 13-jähriger Sohn Max. Jürgen Müller ist wie sein Sohn Michael SPD-Mitglied. Nun versuchen Vater und Opa auch den jungen Max vorsichtig an die sozialdemokratische Geschichte heranzuführen. In beiden keimt wohl die Hoffnung, dass sich Max wie Vater und Großvater für eine SPD- Parteimitgliedschaft begeistern könnte. Vor kurzem machten sich die drei Müllers auf nach Hamburg. Obwohl die Berliner SPD ihre letzte Klausurtagung in der Hansestadt abhielt, hatte Michael Müller noch keine Gelegenheit, das Hamburger Rathaus zu besichtigen. So bat er seinen Parteikollegen und Vorsitzenden der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Michael Neumann, um Hilfe. Der sagte sofort zu und organisierte eine Führung voller Anekdoten durch das Haus. SPD-Politiker scheinen überhaupt geborene Geschichtenerzähler zu sein. Walter Momper, Präsident des Abgeordnetenhauses, führt Besucher ebenfalls als kurzweiliger Gastgeber durch „sein“ Haus. Und auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit erzählt seinen Gästen im Roten Rathaus gern amüsante Anekdoten aus seinen Regierungssitz.

Der Fraktionschor der Grünen ist bekannt für seine Auftritte, bei denen die Chorsänger unter hingebungsvoller Leitung des Grünen-Abgeordneten Thomas Birk Evergreens mit leicht veränderten Textbausteinen schmettern. Auf der Gala der Berliner Aids-Hilfe in dieser Woche saßen Birk und die Fraktionsmitglieder Franziska Eichstädt-Bohlig und Heidi Kosche im Publikum und hörten Peter Schilling zu, als er seinen Hit „Major Tom“ („Völlig losgelöst“) sang. Da war doch was, dachten die drei und stimmten freudig in das Lied ein. Allerdings mit einem verfremdeten Text aus ihrem Chorlied „Major Klaus“: „Machterhalt allein bestimmt das Handeln. Jeder traut nur sich, keiner dem andren. Keiner weiß genau, was er zu tun hat. Jeder ist im Stress, doch Major Klaus macht einen Scherz. Dann hebt er ab und: Völlig losgelöst von der Erde schwebt Berlins Senat orientierungslos.“ Als die Grünen so laut und fröhlich mitsangen, hörten das auch andere Gäste im Publikum. Und nicht nur die Fraktionschefin im Bundestag, Renate Künast, musste dabei herzhaft lachen. Sabine Beikler

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