Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Der Finanzsenator braucht keinen Rat, und ein Liberaler buddelt im Sand

Fast 100 Millionen Euro beträgt die jährliche Stromrechnung des Landes mit all seinen Einrichtungen. Ein Riesengeschäft also, das jetzt für die nächsten drei Jahre ausgeschrieben wird. Und eine große Chance zum Klimaschutz, wenn möglichst „grüner“ Strom beschafft wird. Umweltverbände und Juristen hatten für Mittwoch zu einem Fachgespräch geladen, um die rechtlich wasserdichte Ausschreibung von Ökostrom zu erklären. Die Umweltexperten von SPD, Linken und Grünen waren da: Daniel Buchholz, Marion Platta und Michael Schäfer. Auch Umweltstaatssekretär Benjamin Hoff saß in der Runde. Die eigentlich zuständige Finanzverwaltung allerdings fehlte. Senator Thilo Sarrazin (SPD) ließ seine Leute freundlich entschuldigen, wünschte per Brief „für diese Veranstaltung einen guten Verlauf“ und ließ wissen: „Einen Anlass zur Teilnahme durch Vertreter unseres Hauses sehe ich nicht.“ Ob diese Meinung auf der Sachlage beruht oder eher auf dem mit drei Arbeitstagen recht kurzen Vorlauf der Einladung, verrät Sarrazin nicht. obs

Liberale denken auch noch im Urlaub an das Superwahljahr und ihre Chancen auf das Mitregieren in Bund und Ländern. Nur, wie macht man am Strand von Costa Calma auf Fuerteventura auf das politische Anliegen der FDP aufmerksam? Der Innen- und Haushaltspolitiker Björn Jotzo hatte die zündende Idee und baute große Sandhügel mit deutlich sichtbaren Buchstaben „FDP“ und einem Kreuz davor. Irgendwann schlenderten zwei Damen an Jotzos Sandburg vorbei. Die eine las laut vor: „F..D..P...FDP! Ach du Schande! Guck mal, Gerda, der Guido Westerwelle war hier!“ Der liberale Jotzo war ob dieser Reaktion doch etwas enttäuscht, weil seine Sandbuddelaktion doch nur ein „gut gemeinter Wahlvorschlag“ gewesen sei, wie er sagte. Wenigstens bleiben dem Liberalen noch ein paar Tage, um mit sandigen Insignien doch noch FDP-Anhänger zu finden. sib

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