Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Uwe Lehmann-Brauns kämpft, Martin Lindner schimpft

Nicht mal über den Umgang mit Georg Elser können sich CDU und Linke einigen. Elser hatte am 9. November 1939 versucht, Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräu-Keller mit einem Sprengsatz zu töten. Er wurde gefasst und 1945 hingerichtet. Vor einem Jahr regte der Dramatiker Rolf Hochhuth bei dem CDU-Kulturpolitiker Uwe Lehmann-Brauns und der CDU-Fraktion an, sie sollten sich für ein Elser-Denkmal auf dem Gelände der ehemaligen Reichskanzlei einsetzen. Aus dem „Denkmal“ wurde im Abgeordnetenhaus mit links-linker Mehrheit ein „Denkzeichen“, dessen Errichtung der Senat „prüfen“ möge. Nun kommt von unerwarteter Seite das „Denkmal“ wieder bei Lehmann-Brauns an. Lukrezia Jochimsen, Bundestagsabgeordnete der Linken, bittet ihn um ein Gespräch. Im Bundestag nämlich setzt sich die Linke für eine „Ehrung“ Elsers ein. Lehmann-Brauns soll sich nun darum bemühen, dass die CDU-Bundestagskulturpolitikerin Monika Grütters dem Linken-Antrag zustimmt. Und der Prüfauftrag? „Geschehen ist nichts“, sagt Lehmann-Brauns.

Die rhetorischen Grenzbereichserkundungen des FDP-Fraktionschefs Martin Lindner werden im Ältestenrat des Abgeordnetenhauses immer wieder gern diskutiert. Am Donnerstag brachte Lindner die SPD-Fraktion in der Debatte über das Pro-Reli- Volksbegehren in Wallung. Weil die SPD gegen eine Verbindung mit der Europawahl ist, bezeichnete Lindner sie als „Partei der Trickserei, der Täuscherei, der Lügen“. Daraufhin sagte der SPD-Parlamentsgeschäftsführer einen Besprechungstermin mit der FDP ab. Mit einer Trickserpartei werde Lindner nicht sprechen wollen, so Gaebler. wvb.

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