Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Auf Leben und Tod im Parlament – und über ein Leben nach der Politik

So nah liegen Tod und Leben beieinander. Zuerst hat sich das Abgeordnetenhaus am Donnerstag von dem verstorbenen Berliner Altbischof Albrecht Schönherr verabschiedet. Aber nach der Gedenkminute für den früheren Chef der evangelischen Kirche in der DDR, der im Alter von 97 Jahren starb, gab es fraktionsübergreifend Applaus. Denn Parlamentspräsident Walter Momper gratulierte der Grünen-Abgeordneten Anja Schillhaneck in Abwesenheit zur Mutterschaft. Töchterchen Marit Tabea, 53 Zentimeter groß, 4060 Gramm schwer und kerngesund, wurde schon am Freitag, dem 13. geboren. Das ominöse Datum tat der Freude überhaupt keinen Abbruch – und die grüne Wissenschaftsexpertin Schillhaneck ist gewiss nicht abergläubisch. za

Bald fünf Jahre ist es her, dass Peter Strieder im Zuge der Tempodrom-Affäre als Senator zurücktrat und sein Amt als SPD-Landesvorsitzender abgab. Doch der Politik ist er nahe geblieben: Strieder arbeitet als Berater für die Agentur Pleon. Die hilft Unternehmen im Umgang mit Verbänden und Politikern. Dabei kommen Strieder seine alten Verbindungen zugute. So hatte Pleon kürzlich im Auftrag seines Kunden Gasag zu einer Veranstaltung eingeladen, auf der die Konzernmanager sich mit Verbandsvertretern und Politikern über Klimaschutz und Gebäudesanierung austauschten, moderiert von Strieder. Und letzten Donnerstag schaute der Ex-Senator mal wieder im Abgeordnetenhaus vorbei. Aufmerksam verfolgte er von der Zuschauertribüne die Debatte über das Vattenfall-Energiekonzept und die Klimapolitik des Senats. lvt

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