Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Ein Kindergarten im Landesparlament und ein Pensionär im Bezirksrathaus

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Foto: dpa

Das Berliner Parlament kennt keine Kleiderordnung – und so kommen Abgeordnete auch in Jeans oder luftigem Sommerkleid. Aber das Landesparlament hat auch keine Kinderordnung, und deshalb saßen am Donnerstag wieder Babys im Plenarsaal. Der kleine Fabian dämmerte auf dem Schoß von Lisa Paus (Grüne) vor sich hin und Johanna, das Töchterchen von Stefanie Winde (SPD), wurde vom Fraktionskollegen Holger Thärichen geschaukelt. „Ich habe die Freude, neue Kinder im Kreise des Abgeordnetenhauses zu begrüßen“, eröffnete Parlamentspräsident Walter Momper die Sitzung. Wie mit dem Baby-Boom künftig umzugehen ist, bleibt vorerst in der Schwebe. Abgeordnete mit Kleinkindern sollen sich möglichst in die hinteren Reihen verdrücken, um den politischen Betriebsablauf – bei aller gebotenen Kinderfreundlichkeit – nicht zu stören. Betreuungsmöglichkeiten außerhalb des Sitzungssaals werden geprüft. Vielleicht könnte ja Jugendsenator Jürgen Zöllner ab und zu den Nachwuchs hüten.

Die Tempelhofer Sozialdemokratie ist eine stolze, eingeschworene Truppe und hat im Laufe der Jahre wichtige Führungsfiguren hervorgebracht: Etwa den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit oder den SPD-Landes- und Fraktionschef Michael Müller. Aber auch der Bürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, der seit 2001 im Amt ist, gehört zu den Eigengewächsen. Ekkehard Band hat, beharrlich und beharrend, wie er so ist, seit 1965 die Ochsentour durchlaufen. Als Stadtinspektoranwärter fing der Diplom-Kameralist an, später wurde er Bezirksverordneter und Stadtrat. Seit 42 Jahren hat Band das SPD-Parteibuch, zehn Jahre war er Kreischef in Tempelhof, und als die Grünen den Bezirksbürgermeister 2006 los werden wollten, suchte sich Band neue Mehrheiten bei der CDU – und wurde wiedergewählt. Im Februar 2010 wird der SPD-Mann 65 Jahre, da könnte er in den Ruhestand gehen. Das will er aber nicht. Also darf Band mit dem Segen von SPD und CDU bis zur Wahl 2011 im Amt bleiben. za

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