Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Berliner Abgeordnete essen gesund, und einer von ihnen fährt elektrisch

Die Liberalen haben (wie alle) für Ökologie etwas übrig, sind dabei aber weniger fahrradfixiert als die Grünen. Vorneweg fährt jetzt der Abgeordnete Henner Schmidt, im Hauptberuf Unternehmensberater im Energiebereich: Mit seinem Geschäftspartner betreibt Schmidt einen geleasten Elektro-Mini und ist sehr angetan. Das Auto sei spritzig und halte hundert Kilometer ohne Ladepause durch. Nur enger gehe es im Mini zu: Wegen des riesigen Energiespeichers wurde der Vier- zum Zweisitzer, es gibt keine Rücksitzbank. Schmidt ist als Testfahrer besonders geeignet. Vor seiner Haustür, sagt er, befinde sich eine der 18 Elektro-Tankstellen, die der Energieproduzent Vattenfall für den Versuch mit den Minis in Berlin aufgestellt hat. Wer so etwas nicht hat, muss das Auto nach dessen Erlahmung für etwa acht Stunden an eine Steckdose anschließen. Eins aber sei gewöhnungsbedürftig, sagt Schmdt: Derart leise sei das Auto, dass Radfahrer und Fußgänger es nicht mehr kommen hören: „Man muss unheimlich aufpassen.“ wvb.

Die Mitglieder des Abgeordnetenhauses haben nicht den populärsten Job im Lande, aber einen der gesünderen: Ihre Kantine gehört zu den Vorreitern in Sachen gesunde Ernährung. Deshalb wollen Vertreter des Gesundheitsministeriums der Balearen und andere europäische Experten Mitte Juli schauen, wie Berlins Abgeordnete bekocht werden. Der Besuch ist Teil des EU-Projektes „Food Pro-Fit“, mit dem die Europäische Union Projekte für gesundes Essen fördert. Daran nimmt die Firma KuK (Kantinen- und Konferenzservice) teil, die die Kantine im Abgeordnetenhaus betreibt. Die Einrichtung wurde als eine der wenigen öffentlichen biozertifizierten Kantinen der Stadt bereits 2007 als eine der Spitzenküchen der Branche ausgezeichnet. In dem EU-Modellversuch soll das Essen mit noch weniger Salz, Zucker und gesättigten Fetten zubereitet werden. Profitieren können davon Abgeordnete mit Bluthochdruck-, Diabetes- und Infarktrisiko – die Kantine steht anderen Gästen offen. Einen Speiseplan findet man übrigens im Internet: www.kuk-berlin.de/standort.htm. lvt

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