Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Freche Anwerbeversuche der SPD und namensbezogene Linksemanzipation

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Foto: Mike Wolff

Seit voriger Woche ist die frühere Fraktionschefin der Linken, Carola Bluhm, Arbeits- und Sozialsenatorin. Doch viele Briefe und offizielle Einladungen gehen immer noch an ihre frühere Adresse ins Abgeordnetenhaus. So bekam Carola Bluhm in dieser Woche auch ein sehr interessantes Schreiben der SPD. In dem Umschlag steckte eine Einladung des SPD-Parteivorstands für den ordentlichen SPD–Parteitag vom 13. bis 15. November in Dresden. Außerdem stand dort der Hinweis, sie möchte doch bitte entweder das SPD-Parteibuch oder die SPD-Card plus Personalausweis mitnehmen. Stutzig wurde man in der Linksfraktion ein wenig, dass statt Carola eine Claudia Bluhm eingeladen wurde. Doch die Adresse „Fraktionsvorsitzende“ der linken Fraktion im Abgeordnetenhaus ließ eindeutige Rückschlüsse auf Carola Bluhm zu. Die Berliner Linken freuen sich zwar, dass die SPD schon so massiv und sehr direkt auf die Linken zugeht. Doch müsse man nicht gleich so unverfroren mit dem SPD-Parteibuch herumwedeln. Da gebe es dann doch noch klar abgesteckte, parteipolitische Grenzen.

Die Frauenpolitikerin der Linken, Evrim Baba, verhält sich deutlich gegen den Trend, dass Türken und Kurden seltener Ehen mit Deutschen eingehen als andere Migrantengruppen. Die 38-jährige Deutsch-Kurdin heiratete gestern ihren deutschen Lebensgefährten und heißt jetzt Baba-Sommer. Mit dem Doppelnamen wiederum liegt sie im Trend. Möglicherweise als Zeichen emanzipatorischer Ansätze tragen etliche Linkspolitiker Doppelnamen wie der Friedrichshain-Kreuzberger Stadtrat Knut Mildner-Spindler. Geheiratet haben vor kurzem die Referentin der Umweltsenatorin, Katja Jösting, und Lothar Schüßler, Referent bei den Linken im Abgeordnetenhaus und Vorsitzender der Linksfraktion der BVV Friedrichshain-Kreuzberg. Jetzt heißt er Jösting-Schüßler. Sabine Beikler

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