Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Eine Wildschweine jagende FDP und eine punktgenaue Abstimmung

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Foto: promo

Auf dem Flyer schaut das Wildschwein bedrohlich drein. „Vorsicht Wildschweine! Den Vormarsch der Wildschweine in die Stadt stoppen“, steht weiter auf dem Flugblatt der FDP-Fraktion. Die Liberalen fordern mehr als die 30 ehrenamtlich eingesetzten Stadtjäger zum Abschuss von Wildschweinen, „damit in Zukunft weniger Unfälle durch Wildschwein-Mensch-Konfrontationen stattfinden“, wie es in einem Antrag steht. Sebastian Czaja vom FDP-Fraktionsvorstand sagt, dass die rund 6000 Wildschweine in der Stadt viele Schäden anrichteten. Marc Franusch vom Landesforstamt hält dagegen, dass der Bestand durch „intensive Bejagung“ auf etwa 4000 bis 6000 Tiere dezimiert worden sei. Es sei „viel ruhiger“ als noch vor einem Jahr. Die Tiere könnten durch hochwertige Zäune oder geschlossene Gartentore abgehalten werden. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) kennt Wildschweinbesuch auch in ihrem Garten in Frohnau. Sie ermahnt Grundstücksbesitzer, die Wildschweine nicht zu füttern. Niemand müsse sich sonst wundern, dass die Tiere nächtens den Garten auf der Suche nach Futter umgraben. Die Wildschwein-Debatte geht sicher weiter.

Fast auf die Sekunde genau traf die Abstimmung über den Doppelhaushalt Donnerstagnacht mit dem Geburtstag von Ralf Wieland, Vorsitzender des Hauptausschusses, zusammen. Um Mitternacht gratulierte das Abgeordnetenhaus-Präsidium dem SPD-Politiker zu seinem 53. Geburtstag. Für entspannte Atmosphäre beim anschließenden Umtrunk sorgte Gernot Klemm, der nicht nur Abgeordneter ist, sondern auch die Fraktionsvorsitzenden- Konferenzen der Linken organisiert und den „Koalitionszustand“ der Länder kennt: Er attestierte Rot-Rot in Berlin eine „sehr gute Stimmung“, was viele Abgeordnete als Balsam für die Seele empfanden. Sabine Beikler

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