Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Warum Politiker durstig machen können und bürolose Zeiten mit Reisen nutzen

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Foto: Promo

Auf dem Neujahrsempfang der CDU Steglitz-Zehlendorf am vergangenen Sonntag war auch Kabarettist Dieter Hallervorden eingeladen. Hallervorden, der vor ein paar Monaten als Hausherr die Eröffnung des Schlossparktheaters, der Steglitzer Traditionsbühne, feierte, wurde vom CDU-Kreischef Michael Braun vor 300 Gästen interviewt. Zum Schluss des für manche Besucher etwas lang gehaltenen Gesprächs fragte Braun den Theaterleiter, was er sich wünsche, hätte er drei Wünsche frei. Hallervorden reagierte schlagfertig: Erstens, dass das Interview zu Ende gehe, zweitens, dass er sich nicht so häufig verspreche wie Braun – und drittens, dass er ein Glas Prosecco trinken möchte. Alle drei Bekenntnisse lösten allgemeine Heiterkeit bei den Gästen aus.

Am 27. September vergangenen Jahres wurde der Bundestag gewählt, der sich einen Monat später konstituierte. Voller Tatendrang warteten neu gewählte Berliner Abgeordnete wie Stefan Liebich auf ein Büro – bis heute. Der Linkspolitiker behalf sich mit einem Tisch in einem Referentenraum. Nur sei dieser Arbeitsplatz „ein bisschen“ zu klein für ihn und seine vier Mitarbeiter, erzählte Liebich. Als Alternative müsse man sich eben in Cafés mit seinen Gesprächspartnern treffen. Das sei zwar ganz nett, aber auf die Dauer nicht wirklich befriedigend. Immerhin gibt es jetzt einen Lichtblick: Am 25. Januar soll er endlich sein neues Büro beziehen. Die bürolose Zeit nutzt Liebich: Er besucht zurzeit auf Einladung einer Nichtregierungsorganisation mit 65 Parlamentariern aus insgesamt 14 Ländern den Gaza-Streifen. Sabine Beikler

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