Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Ein Linker im Umzugsstress und ein grünes „U-Boot“ bei Rot-Rot

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Foto: promo

Wegen Umbauarbeiten im Abgeordnetenhaus mussten einige Abgeordnete für etwa ein halbes Jahr ihre Büros räumen. Auch der Kulturpolitiker der Linken, Wolfgang Brauer, wurde aus seinem Büro im fünften Stock ausquartiert und teilte sich vorübergehend ein Büro mit Verkehrspolitikerin Jutta Matuschek. Andere Politiker mussten in Containern auf dem Parkplatz arbeiten. Die „Auszüge“ der Politiker waren notwendig geworden, weil das Dachgeschoss für elf neue Büros ausgebaut wurde. Kulturpolitiker Brauer konnte diese Woche wieder sein altes Büro beziehen. Doch ist die Freude über sein renoviertes Domizil getrübt: Er muss im Sommer vorübergehend wieder ausziehen, da erst dann in den alten Büros im vierten und fünften Stock die Klimaschutzdecken eingezogen werden. Das liegt daran, dass diese Maßnahmen erst mit Abschluss des Haushaltes im vergangenen Dezember bewilligt worden sind. „Das ganze Umziehen ist schon sehr paradox“, sagte Wolfgang Brauer. Er hoffe aber, der Sommer werde so schön, dass er Gespräche auf der Wiese führen und unter den Platanen im Schatten auf dem Laptop schreiben könne.

Die Erkältungs- und Grippewelle hatte auch den Grünen-Innenpolitiker Benedikt Lux erreicht. Weil er nicht wusste, wann er von seinem Infekt wieder genesen sein wird, hatte er sich nicht für einen Bus der Grünen angemeldet, der zur Antinazi-Demonstration nach Dresden am heutigen Sonnabend fährt. Anfang der Woche aber war er schon wieder so fit, dass er sich nachträglich zu der Fahrt anmelden wollte. Aber leider ergatterte er keinen Platz mehr im Bus der Grünen. Über eine Bekannte „schlich“ er sich in einen von sechs Bussen der SPD, den Linken und von Verdi ein. „Um gegen Nazis zu demonstrieren, fahre ich selbstverständlich auch mit anderen Parteien mit“, sagte Lux ganz auf rot-rot-grünem Kurs. Der Landesgeschäftsführer der Linken, Carsten Schatz, hatte Lux schon auf den Teilnehmerlisten entdeckt und auch kein Problem damit, einen Grünen „mitzutransportieren“. Das sei auch „völlig in Ordnung, denn wir Linken agieren sehr serviceorientiert“. Sabine Beikler

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