Berlin : HINTER DEN KULISSEN

Susanne Vieth-Entus verrät, was den Finanzsenator Sarrazin so umtreibt, wenn er an Schulen denkt

Susanne Vieth-Entus

Der Berliner an sich hat ja Komplexe: Er weiß, dass seine Stadt arm ist, die Industrielandschaft verdorrt, und nicht mal die CDU weiß, wo sie hingehört. Und dann kommt auch noch Finanzsenator Thilo Sarrazin daher und erzählt ständig, dass Berlins Schulen zu viel Personal verbraten. Und schon möchte man nach Rheinland-Pfalz umziehen, wo Schulen und Industrien blühen. Dort war Sarrazin einst Staatssekretär für Finanzen. Wenn er, wie jetzt geschehen, die „traditionell leistungsabgewandte Kultur an zahlreichen Berliner Schulen“ geißelt, denkt man: Der Mann vergleicht mit seiner alten Heimat. Und schon sieht man die schulischen Leistungsträger zwischen Mainz und Koblenz vor sich.

Aber gemach: Sarrazin zog auch damals gern über die angeblich zu gute Lehrerausstattung her und flocht dabei viele Beispiele aus dem Schulleben ein. Woraus man zweierlei lernt: Erstens ist Berlin auch nicht schlechter als Mainz, und zweitens muss man mit allem rechnen, wenn ein Finanzsenator eine Lehrerin zur Frau hat.

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