Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Ein hauptstädtischer Ironman und eine provinzielle Hundefehde Die Langstreckensitzerei in Ausschüssen, Kommissionen, Landesvorstandsitzungen und Autos stört immer mehr Politiker. Peter Kurth , ehemaliger Finanzsenator, jetzt hauptberuflicher AlbaVorstand und im Nebenberuf CDU-Abgeordneter, entwickelt sich vom Marathonläufer – das ist ja fast schon normal – zum Ganzkörperathleten. Im Sommer will er am „Berlin Man“-Wettbewerb teilnehmen. Der besteht aus einem Zehn-Kilometer-Lauf, 46 Fahrradkilometern und 1500 zu schwimmenden Metern. Gedanken macht sich Kurth allenfalls über die Schwimmerei. Den Oberkörper trainiert er unter anderem mit Zwanziger-Sätzen beim Bankdrücken – 20 Wiederholungen ist er als Politiker gewöhnt. Kurths Ziel ist der Ironman-Wettkampf auf Hawaii. Wenn noch weitere Volksvertreter seinem Vorbild folgen, kann Parlamentspräsident Walter Momper demnächst den „Mr. Abgeordnetenhaus“ küren lassen. wvb.

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Eurasier sind ruhige, aufgeschlossene Hunde. Ähnlich charakterfest wie Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD), der ein solches Tier besitzt und darüber nichts mehr in der Zeitung lesen will. Schließlich liegt der Streit mit den Nachbarn in Westend, deren Boxerhündin Mini von Sarrazins unangeleinter Branka gebissen worden sein soll, fast drei Jahre zurück. Doch der Fall zieht Kreise, weil die Ehefrau des ehemaligen Wirtschaftsweisen Rolf Peffekoven, wohnhaft in Nieder-Olm, als Hunde-Expertin an den Tagesspiegel geschrieben und dem Finanzsenator eine „ziemliche Ignoranz in Sachen Hundehaltung“ vorgeworfen hat. Das wiederum ließ Frau Sarrazin zum Telefonhörer greifen, um mit Frau Peffekoven zu schimpfen. Und Sarrazin hat einen bösen Brief an Herrn Peffekoven verfasst. Ein persönliches Schreiben auf privatem Briefkopf, wie der Sprecher des Finanzsenators betonte. Peffekoven verstand Sarrazins Brief, wie er uns wissen ließ, folgendermaßen: „Es sei geradezu unanständig, aus der rheinhessischen Provinz zu wichtigen Fragen der Hauptstadt Berlin Stellung zu nehmen.“ Man merkt doch, dass der 1997 zugereiste Finanzsenator seine Lektion gelernt hat: Hundefragen sind in Berlin seit jeher Fragen von zentraler Bedeutung gewesen. za

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