Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Ein präsidialer ExSenatssprecher und radelnde Liberale Juristen können fast alles und sind überall zu finden. Michael-Andreas Butz , bis 2001 Sprachrohr des damaligen Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen, ist Volljurist und ein kontaktfreudiger Tausendsassa. Seitdem er nicht mehr für den Senat spricht, hat sich Butz als Rechtsanwalt selbstständig gemacht und ist seit kurzem Aufsichtsratschef der „Deutschen Portfolio Management AG“. In deren Vorstand sitzt noch ein alter Bekannter: Der ehemalige Schulsenator und FDPSpitzenpolitiker Walter Rasch. Butz ist auch im Programmbeirat des Kultursenders Arte und im Freundeskreis des Deutschen Historischen Museums zu finden. Für die „BZ“ schreibt er eine Kolumne; zuletzt über den neuen Bundespräsidenten Horst Köhler. „Weltoffen, uneitel und den Menschen zugewandt“, lobte Butz. Er hat Köhler schon in den achtziger Jahren in Bonn kennen gelernt, als der noch Büroleiter des CDU-Bundesfinanzministers Gerhard Stoltenberg war und Butz die Pressearbeit für den CSU-Innenminister Friedrich Zimmermann machte. Als Köhler seine Rede für die Bundesversammlung verfasste, hat er auch Butz um Rat gefragt, und schon gibt es Gerüchte, der Ex-Senatssprecher werde dem Staatsoberhaupt ins Präsidialamt folgen. Nein, zu Spekulationen wolle er nicht Stellung nehmen, wehrte Butz ab. Das habe er immer so gehalten.

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Wer kümmert sich im Abgeordnetenhaus um eine ökologisch orientierte Verkehrspolitik, wenn der Grünen-Politiker Michael Cramer ins Europaparlament einrückt? Es bietet sich, manchen wird’s wundern, der FDP-Abgeordnete Klaus-Peter von Lüdeke an. Noch kurz vor Weihnachten hatten sich nicht nur die Roten, sondern auch CDU-Politiker lachend auf die Schenkel geklopft, als Lüdeke für Oldtimer-Rennen auf der Avus warb. „So ein wirtschaftsliberaler Autonarr“, haben viele gedacht. Das stimmt aber nicht. Der FDP-Verkehrsexperte besitzt ein Rennrad, auf dem er in stiller Freude durch die märkische Heide flitzt. Seine Fraktion hat jetzt, auf Anregung Lüdekes, ein Dienstfahrrad angeschafft. Die kollektive Verwendbarkeit des Geräts ist auch für freisinnige Individualisten kein Problem, weil ja immer nur einer darauf fahren kann. Für die City, so schwärmen die Liberalen, sei das Fahrrad praktisch. Ulrich Zawatka-Gerlach

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