Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Ein liberaler Bestatter und eine rote Senatorin beim Blutopfer Auf FDPLandesparteitagen trifft man Rolf-Peter Lange , doch ins Abgeordnetenhaus zieht es den ehemaligen rechtspolitischen Sprecher der Fraktion nicht. Politische Ambitionen richtet Lange ganz auf die Liberalisierung der Friedhofsordnungen, er ist Geschäftsführer des Bestattungsunternehmens Ahorn-Grieneisen. Von Marlene Dietrich über Hildegard Knef und Herbert Marcuse bis zu Helmut Newton – Lange kümmert sich persönlich und gewinnt so ein ganz eigenes Bild von der Berliner Prominenz in Trauerkleidung. Seine Bekanntheit reicht allerdings nicht wirklich über die Stadtgrenze hinaus. Die „Süddeutsche Zeitung“ zeigte ihn, wie er bei Helmut Newtons Beerdigung an der Seite von June Newton die Urne trug und nannte ihn im Bildtext den „Bestatter Hans Grieneisen“. Lange nimmt das mit dem ihm eigenen, in den Rechtsausschuss-Sitzungen stets staubtrockenen Humor. wvb.

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PDS-Senatorin Heidi Knake-Werner traute ihren Augen nicht, als sie am Dienstag das Abgeordnetenhaus betrat. Vor ihr tat sich eine geschlossene rote Front auf – keine Genossen, sondern Christdemokraten, die für die Benefiz-Aktion zugunsten des 1.FC Union „bluteten“. Alle hatten sich knallrote Leibchen über Schlips und Hemden gestülpt und standen bereit zum Fototermin. CDU-Fraktionschef Zimmer forderte Knake-Werner auf, sich anzuschließen. Das tat sie auch, weil sie glaubte, mit „Bluten“ sei ein Bekenntnis zur Blutspende gemeint. So ist Knake-Werner nun mit der CDU in deren neuester Fraktionszeitung zu sehen. sib

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