Berlin : HINTER DEN KULISSEN

-

Felicitas Kubala kennt jede Muffe, Nicolas Zimmer kennt keine Gnade GrünenPolitikerin Felicitas Kubala hatte interessante Lehrstunden beim Gasag-Vorstandsmitglied Andreas Prohl. Die Umweltexpertin wollte sich nach der Explosion auf dem Sondenplatz des Erdgasspeichers am Brandensteinweg nach Gefahren und Ursachen erkundigen. Prohl erklärte der Politikerin jede technische Raffinesse. Sie kenne jetzt „jede Muffe, jede Schraube und jeden Steigrohrhalter“ auf dem Sondenplatz B, versichert Frau Kubala, die das zweistündige Gespräch als sehr anregend empfand. Zum Schluss gab ihr der Gasag-Vorstand noch ein Büchlein über die „Exploration der Untergrundspeicherung“ mit. Frau Kubala wartet nun auf das Gutachten zur Explosionsursache und ist jetzt zuversichtlich, dass die Gasag damit auch transparent umgeht. Dann will sie die Risiken des Speichers neu bewerten. Für Kubalas Nachbarn könnte der Ausflug nach Charlottenburg noch Folgen haben: „Jetzt kann ich mir meinen eigenen kleinen Erdgasspeicher bauen.“ sib

* * *

Wer Prominente aus der Bundes-Union zum Sommerfest empfängt und ein paar Worte zur Begrüßung sagen lässt, bekommt die Bemerkung zu hören, man sei der Stadt wegen wallender patriotischer Gefühle verbunden, aber auch wegen der Zweitwohnungssteuer. Das ist seit Jahren Unionsprominenten-Standardtext. Beim Sommerfest von Günter Nooke erinnerte am Mittwoch Wolfgang Schäuble an das geduldig ertragene Leid regelmäßig einreisender Zweitwohnungsbewohner. CDU-Fraktionschef Nicolas Zimmer hörte die Klage – doch sie erweicht ihn nicht. Zimmer weiß zwar so wenig wie Finanzsenator Thilo Sarrazin, wie hoch die Einnahmen Berlins aus der Zweitwohnungssteuer aktuell sind. Doch kündigt der CDU-Fraktionschef für den Fall einer Regierungsübernahme an, dass die Zweitwohnungssteuer bleibe, wenn sie etwas bringe. Die Finanzverwaltung, stets up to date bei Schuldenständen, verfügt bloß über Zahlen aus dem Jahr 2001. Damals, als man noch in D-Mark rechnete, nahm Berlin durch die Steuer 7,9 Millionen ein und gab 3,3 Millionen aus, um sie einzunehmen. Das weiß Sarrazins Sprecher Matthias Kolbeck, den jüngst ein Zweitwohnungssteuerbescheid am Zweitwohnsitz in Nordrhein-Westfalen erreichte. Wie er damit umging? Zweitsteuergeheimnis. wvb.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar