Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Frank Henkel über innere Führung und ein selbstständiger Wolfgang Nagel Der Abgeordnete Frank Henkel ist für einen schraubstockfesten Händedruck bekannt. Der passt zum parlamentarischen Geschäftsführer der CDUFraktion, der für Inneres, Sicherheit und Ordnung zuständig ist. Nun hat Henkel sicherheitspolitisch nachgerüstet. Zwölf Tage lang war er bei der Bundeswehr. Er nahm an einer Übung für zivile Führungskräfte teil und ist am Freitag ziemlich begeistert zurückgekommen. „Gefühlsmäßig“ habe er die Bundeswehr immer positiv gesehen, sagt Henkel – die Übung hat ihn bestätigt: „In der Spitze hat man es mit einer sehr qualifizierten Bundeswehr zu tun“. Dass ihn die Technik der Luftwaffe faszinierte, kommt dazu. Weil das Ganze eine Übung war, musste Henkel auch marschieren, zwölf Kilometer weit, mit zehn Kilo Gepäck beladen. Erlebt habe er, „wie wichtig Kameradschaft ist“ – und auch, wie die innere Führung der Bundeswehr funktioniert. Das Thema Führung wird ihn nun im zivilen Leben weiter beschäftigen – schließlich hat die CDU-Fraktion so etwas wie ein dauerhaftes Führungsproblem. Kein Wunder, dass Henkel sagt: „Ich habe in diesen zwölf Tagen nichts vermisst.“ wvb.

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Der Bausenator a.D., Wolfgang Nagel , war immer ein Dickkopf, der gern seine eigenen Wege geht. Jetzt, wo er 60 Jahre alt ist, folgt er dem Ruf seines Herzens – und macht sich auch beruflich selbstständig. Seit dem 1. Oktober ist Nagel frei schaffender „Immobilienberater e.K.“ Das Kürzel auf der Visitenkarte steht für „eingetragener Kaufmann“. Der neue Unternehmer lacht. „Alle fragen danach; das ist fast so gut wie ein Doktortitel.“ Er war schon Bezirksverordneter, Abgeordneter, SPD-Wahlkampfleiter und Senator. Dann rückte er, nicht ganz freiwillig, von der Politik ab und wurde Geschäftsführer der Fundus-Immobiliengruppe. Acht Jahre blieb er im Geschäft. Das war genug. Jetzt berät er Bauunternehmer und erklärt ihnen, „wie Politiker und Verwaltungsleute ticken“. Nicht immer ganz richtig; aber das hat Nagel nicht gesagt. Die ersten Aufträge sind unter Dach und Fach. „Ich kann von dem Job leben.“ Um Kontakte zu pflegen, tingelt der Immobilienberater auf allen möglichen Veranstaltungen herum. Am Montag traf man Nagel bei einer Podiumsdiskussion des Vereins der Berliner Kaufleute. Und Mittwoch früh im Capital Club am Gendarmenmarkt beim Frühstück mit Unternehmern, denen Finanzsenator Sarrazin die Haushaltslage erklärte. Nagel, der als letzter Bausenator West-Berlins und erster Bausenator nach der Vereinigung viel öffentliches Geld in die Hand genommen hatte, war sehr angetan von der Sarrazinschen Sparpolitik. „Sehr schön“, murmelte er. za

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