Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Stefan Liebich bekommt Post vom BND, Michael Braun von einer Satanistin Die PDS hat ein spezielles Verhältnis zu Nachrichtendiensten und Verfassungsschützern. Das ein oder andere Organ der Partei war schon mal Erkenntnisobjekt staatlicher Stellen. Die kommunistische Plattform, auf der Sarah Wagenknecht entlang zu stöckeln pflegt, verdankt die letzten Reste öffentlicher Aufmerksamkeit der Tatsache, dass sich Verfassungsschützer mal um sie bemüht haben. An der Verfassungstreue des obersten Landessozialisten Stefan Liebich hat wohl noch niemand gezweifelt. Wenn es zwischen ihm und BNDChef August Hanning Disharmonien gegeben haben sollte, dann wegen der Umzugspläne des Pullacher Dienstes – die passten erst nicht ganz zu Liebichs Vorstellungen von Stadtentwicklung und Offenheit. Kein Wunder, dass Hanning dem PDS-Politiker schriftlich alles Gute zum neuen Jahr wünschen wollte. Liebich erfuhr das allerdings zeitversetzt: Das Schreiben war an eine subalterne PDS-Geschäftsstelle in der Alfred-Kowalke-Straße in Lichtenberg gegangen. Eine treue Genossin trug es Liebich persönlich zu. Alfred-Kowalke-Straße – das klingt aber auch zu p-d-essig.

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Der CDU-Abgeordnete Michael Braun bekommt seit vielen Tagen Postkarten vom „Raben von Tempelhof“. Sie haben eine schwarze Seite, die andere zeigt die Zeichnung einer vollbusigen Punkerin, ergänzt von einem Kommentar oder einer Frage. Braun rief die Absenderin an. Man kam ins Plaudern und Braun ließ sich selbst dadurch nicht verunsichern, dass die Räbin sich als „Satanistin“ bezeichnete. Warum gerade er zum Adressaten ihrer Karten geworden ist? „Sie hat mich im Fernsehen gesehen“, sagt Braun. wvb.

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