Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Jutta Limbach nimmt, Klaus Wowereit gibt Das Schöne am Altwerden liegt für Politiker in den Ehrungen, die sie erfahren. Man könnte sagen: Das Alter – Zeit der Orden und Medaillen. Die frühere Justizsenatorin Jutta Limbach soll nun mit der LuiseSchroeder-Medaille geehrt werden. Das ist eine nur Frauen zugängliche, aber nicht frauenspezifische Ehrung für Verdienste um Frieden, soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung. Anders als bei früheren Preisträgerinnen, zum Beispiel bei der Schriftstellerin Daniele Dahn, gab es um die Person Jutta Limbach kein Gezerre, keinen Ärger – die Ex-Präsidentin des Verfassungsgerichts und jetzige Präsidentin des Goethe-Instituts ist allen in bester Erinnerung. Dass sie nicht schon mit der Ehre der „Stadtältesten“ ausgezeichnet worden ist, erstaunt in dem Zusammenhang. Aber es gibt dafür einen Grund. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hatte das vor einiger Zeit einmal vor. Doch dann wurde ihm deutlich gemacht, dass Frau Limbach dies nicht wolle. Sie wollte, auch das wurde deutlich, Ehrenbürgerin der Stadt werden – das ist im Ehrenranking noch höher. Als aus dem Abgeordnetenhaus der Vorschlag kam, Frau Limbach zur Ehrenbürgerin zu machen, lehnte Wowereit ab. Nicht etwa, weil er beleidigt war – wegen der abgelehnten Stadtältestenwürde. Im Roten Rathaus gilt: Der Ehrende teilt die Ehre zu, der oder die Geehrte nimmt sie an. Er sucht sie aber nicht aus.

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Klaus Wowereit hat jetzt schon mehr Auftritte in Film und Fernsehen vorzuweisen als Henry Kissinger. Der machte Furore durch eine kleine Sequenz in „Denver Clan“. Dass der Regierende in einer Fernsehserie mitspielte, wirkt im Roten Rathaus so banal, dass man deren Titel nicht mal mehr weiß (es war „GZSZ“). Längst ist Wowereit reif für die große Leinwand, fürs Kino: In der – laut Senatskanzlei – sehr empfehlenswerten Komödie „Alles auf Zucker“ von Dany Levy eröffnet Wowereit als Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ein Billard-Turnier. Bei der Berlinale hörte er, dass der Film richtig gut läuft – 575 000 Zuschauer sollen ihn schon gesehen haben –, und forderte mit Humor ein Honorar. 1500 Euro Honorar bekommt er nun dafür. Die spendet Wowereit für das Projekt „Maneo – Schwules Überfalltelefon und Opferhilfe“. wvb.

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