Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Die Grünen checken die Schulen, die PDS achtet auf Gleichbehandlung Özcan Mutlu ist der BildungsFachmann der Grünen. Seitdem er diesen Posten übernahm, wird er nicht müde, nach guten Beispielen für reformfreudige Schulen zu suchen. Wenn er fündig geworden ist, geht’s los: Mutlu lädt zum Schulbesuch. Zusammen mit Fraktions-Kollegen bereist er die „Best-Practice-Beispiele“ der Stadt. Gestern nun startete bereits die dritte Tour, auf der sechs Schulen gewürdigt werden sollen. Selbst die Fraktionsvorsitzende Sibyll-Anka Klotz ließ es sich nicht nehmen, sich den ganzen Vormittag in der Kreuzberger Aziz-Nesin-Europaschule und in der benachbarten Awo-Kita umzusehen. Beide Einrichtungen sind spezialisiert auf eine bilinguale deutsch-türkische Erziehung. „In der Schule mischen sich Nahost und Fernost“, hat Fraktions-Geschäftsführer Reiner Felsberg beobachtet. Was er damit meint? Nun, er ist selbst aus Ost-Berlin und hat gleich bemerkt, dass an der Nezin-Schule etliche Ost-Lehrer auf die türkischen Muttersprachler treffen. Die Mischung hat ihm jedenfalls gefallen. Die nächsten Stationen sind die Fritz-Karsen-Gesamtschule und die beiden bekannten Stephan-Schulen in Tiergarten und Tempelhof. Auch hier wollen wieder mehrere Abgeordnete dabei sein. Schließlich heißt die Unternehmung: „Fraktion unterwegs“. sve

Vor einem Jahr ließen sich alle Senatoren in Gender Mainstreaming schulen. Fragt man heute nach der Definition, hört man oft die leise Nachfrage: „Gleichstellung, oder nicht?“ Gender Mainstreaming ist die Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenssituationen von Frauen und Männern. Das ist interessant, dachten sich der Senat und allen voran PDS-Frauensenator Harald Wolf . So beschlossen die Senatoren den Gender-Check für alle Senatsvorlagen ab dem 1. Juli. Da wird zum Beispiel bei der Förderung im Sport geprüft, wie viele Frauen davon profitieren. Und was resultiert daraus? Werden die wenigen Gewichtheberinnen nun stärker gefördert? Auch alle Zuwendungsempfänger haben Auskunft zu geben, wie sich die Gelder auf die Gleichstellung der Geschlechter auswirken. Soziale Einrichtungen müssen angeben, wie viele Frauen und Männer sie betreuen. Aufgrund der demografischen Entwicklung gibt es aber mehr Seniorinnen als Senioren. Das ist ungerecht. Werden künftig schon Männer ab 50 zum „alten Eisen“ gezählt? Und was macht Harald Wolf nur mit den Frauenhäusern? Erst spart er dort Geld ein, dann streicht er noch Plätze. Ah, wir verstehen: Diese Plätze könnten künftig Männern vorbehalten werden. Gender Mainstreaming ist eine gut durchdachte Sache. sib

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