Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Grüner Brokkoli, Berlin als Insel und die Angst der PDS vor heimlichen Ehen Als Carola Freundl am Montag in der PDSFraktion verkündete, sie heiße künftig Carola Bluhm , vermuteten ihre Parteifreunde eine heimliche Hochzeit. „Nicht schon wieder“, seufzten die Genossen und fanden es gar nicht nett, dass sie nicht eingeladen waren. Schwer wiegt nämlich die Erinnerung an die heimliche Hochzeit ihres Genossen Harald Wolf vor zwei Jahren. Der Wirtschaftssenator wollte die Vermählung auch dann noch nicht zugeben, als er schon einen Ehering trug. Bei Frau Bluhm aber handelte es sich um keine Eheschließung mit ihrem Lebensgefährten, dem PDS-Kultursenator Thomas Flierl. „Ich habe nur meinen Mädchennamen wieder angenommen“, klärte die stellvertretende Fraktionschefin auf. Nach ihrer Scheidung vor einigen Jahren hätte sie sofort wieder den Geburtsnamen annehmen können, doch habe sie nicht anders heißen wollen als ihre Kinder Marie und Max. Deren Namensänderung sei ein „sehr bürokratischer Vorgang“ gewesen, sagt die PDS-Politikerin. Den Namen Bluhm wolle sie jetzt nie mehr ablegen – auch nicht bei einer weiteren Ehe, die im Übrigen nicht geplant sei. Sagt Frau Bluhm.

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Die Grünen als Werbeträger – das hätte sich die Abgeordnete Barbara Oesterheld vor 20 Jahren nie und nimmer vorstellen können. Als die Kreuzbergerin kürzlich an einem Gemüsestand vorbeikam, hörte sie einen türkischen Händler seinen Brokkoli anpreisen mit den Worten: „Grüner als Ströbele“.

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Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer kann der Feinstaub-Diskussion auch noch heitere Momente abgewinnen. Am Dienstag fragte ein Journalist die SPD-Frau nach der Senatssitzung, ob die Feinstaubkonzentration in der Berliner Luft abnehmen würde, wenn man das Nachbarland Brandenburg überfluten würde. Frau Junge- Reyer antwortete staubtrocken: „Dann wäre Berlin eine Insel.“ Auswirkungen auf die Feinstaubkonzentration in Berlin aber würde eine Flutung Brandenburgs nicht haben. Frau Junge-Reyer machte das am Beispiel von Cuxhaven, Deutschlands größtem Nordseeheilbad, klar: Dort habe man mit einer hohen Belastung durch Aerosole zu kämpfen – und die würden als Feinstaub in der Luft gemessen. Für Salzanteile in der Gischt gebe es nämlich noch keine eigenen Messverfahren. Na bitte, Brandenburg darf also morphologisch erst einmal so bleiben, wie es ist. Sabine Beikler

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