Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Ein Liberaler vermisst bayerisches Essen und ein Grüner wird sentimental Gern fährt FDPFraktionschef Martin Lindner in seine bayrische Heimat, um es sich in Münchner Biergärten bei Brezn, Obatztn – ein leckeres Schmankerl aus Käse, gut gewürzt mit gehackten Zwiebeln – und Weißbier gut gehen zu lassen. Ganz wehmütig wurde es Lindner beim FDP-Sommerfest am Dienstagabend im Universal-Gebäude, nachdem das Ergebnis der Papstwahl bekannt gegeben wurde. Um Papst Benedikt XVI. alias Joseph Ratzinger aus Marktl am Inn gebührend die Ehre zu erweisen, hätte Lindner, eigentlich Protestant, das Büfett am liebsten mit süddeutschen Spezialitäten ergänzt. Stattdessen schnitt Lindner zum Nachtisch eine Buttercremetorte mit rotem Guss in Form des Roten Rathauses an. „Jetzt stürmen wird das Rote Rathaus noch in Kuchenform – 2006 wird es dann Realität“, sprach der Liberale optimistisch. Drei Tage später trieb ihn wieder die Sehnsucht nach Bayern: Am Freitag feierte er seinen 41. Geburtstag in der Fraktion nach und lud die Parteifreunde zu Brezn und Weißwürscht ein. Und wer’s vertrug, durfte auch ein Weißbier dazu trinken. Natürlich alles vor 12 Uhr mittags: Bis dahin müssen die frischen Würste der Tradition nach verzehrt sein.

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PDS-Fraktions- und Landeschef Stefan Liebich irritierte einige Parkwächter. Der Sozialist hatte eine offizielle Einladung zum 60. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen erhalten und wollte am vergangenen Sonntag in Oranienburg mit seinem Auto auf einen reservierten Parkplatz fahren. Er zeigte seine offizielle Einladung vor, doch die Parkwächter beäugten Liebichs Gefährt und sagten: „Mit dem Auto können Sie da nicht hinfahren.“ Liebich war mit seinem Privatwagen unterwegs – einem Smart. Der Fahrer seines Dienstwagens – ein roter Audi – hatte am Sonntag frei.

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Angenehme Erinnerungen an seine Kindheit kamen Grünen-Schulpolitiker Özcan Mutlu in dieser Woche hoch. Er war zur Verleihung des Europäischen Integrationspreises eingeladen, den seine alte Schule gewonnen hatte: die Heinrich-Zille-Grundschule in Kreuzberg. Vor über 30 Jahren drückte der Grünen-Politiker dort die Schulbank. Mutlu sollte als prominenter Gast eine Skulptur enthüllen. So stand er auf der Bühne der Aula, wo er schon als Steppke Musik gemacht hatte. „Ich habe Triangel gespielt und war darauf sehr stolz“, erzählt Mutlu. Als er dort jetzt wieder vor Publikum stand, sei es ihm „ganz warm ums Herz“ geworden. Sabine Beikler

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