Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Visa ohne Affären, das Porträt des AltKanzlers und ein päpstliches T-Shirt Das Thema Visa muss nicht bei jedem Grünen gleich eine Affäre nach sich ziehen. Die Berliner Grünen-Abgeordnete Jeannette Martins wurde zum Gespräch in die US-amerikanische Botschaft eingeladen: Frau Martins hatte mit ihren Kindern Visa für mehrere Jahre beantragt, um ihrem Mann zu folgen, der als Biochemie-Professor an der Universität von Davis/Sacramento arbeitet. Frau Martins war von der schnellen Befragung schwer beeindruckt. „Aha, Sie sind also grüne Parlamentarierin“, sagte der Botschaftsangestellte ohne weiteren Kommentar. Am nächsten Tag hatte die Grüne alle Unterlagen wieder zu Hause in ihrem Briefkasten – mit den gewünschten Visa.

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Was lange währt, wird gut. In der langen Enthüllungsgeschichte von Helmut Kohl und seinem Porträt kommt es zum Happy End. Am 9. Juni wird der Alt-Kanzler im Festsaal des Abgeordnetenhauses das Gemälde des Leipziger Malers Lutz Friedel enthüllen. So findet das Porträt des „Adenauer-Enkels“ und Berliner Ehrenbürgers , dem die Urkunde schon 1992 überreicht worden war, endlich seinen Platz in der Ehrenbürgergalerie: gegenüber von „Opa Adenauer“, wie Parlamentssprecher Lutz Düsing sagte.

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Alte Freundschaften zwischen Politikern werden oft auch dann weitergeführt, wenn sich die Parteibücher ändern. Aus früheren „Zusammenhängen“, wie es im linken Sprachgebrauch heißt, kennen die PDS-Abgeordneten Elke Breitenbach, Benjamin Hoff, Steffen Zillich und Udo Wolf den Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann. Als Kardinal Ratzinger zum Papst gewählt wurde, jubelte ein PDS-Genosse: „Ratzmann ist Papst.“ Ein Versprecher mit Folgen: Das Quartett überlegte sich einen Jux – und wurde im Internet auf der Fanshop-Seite der Raab-Sendung „TV Total“ fündig. Bald bekommt Ratzmann Post: ein T-Shirt, vorne mit der Aufschrift „Mach et Ratze“, auf der Rückseite steht „Benedikt XVI“. Sabine Beikler

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