Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Sibylle Meister rockt, Gerhard Schmid feiert Auf äußere Eindrücke gibt man besser nichts. Die Kulturfachfrau der FDPFraktion, Sibylle Meister, wirkt in ihrer unprätentiös-bescheidenen Art wie eine Liebhaberin der Kammermusik und gotischer Mönchsgesänge. Tatsächlich aber kennt ihr kulturelles Interesse – da ist die aus München zugereiste Politikerin längst gelernte Berlinerin – keine Genregrenzen. Von wegen Mönchsgesang: Sibylle Meister scheut die Toten Hosen nicht. Vor kurzem hörte sie den Düsseldorfer Musikanten in der Waldbühne zu und stellte hernach Bekannten gegenüber eine Wesensverwandschaft mit der Großejungs-Band fest. Deren Song „Bayern“, eine Hasshymne gegen den vielmaligen deutschen Fußballmeister, soll Frau Meister sogar mitgesungen haben. wvb.

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Er fühlt sich als Bayer, war mal der „Dutschke von Augsburg“, kämpfte für die GEW, ist Mitglied der CSU und außerdem bildungspolitischer Sprecher der Berliner CDU: Gerhard Schmid hat viele Facetten, und außerdem ist er gesellig. Darum will er seinen 60. Geburtstag am Mittwoch nicht allein feiern, sondern lädt mit dem CDU-Bildungsforum zu einem Vortrag in den Preußischen Landtag. Dort soll der Bundestagsabgeordnete Norbert Geis (CSU) über die „Christlich-abendländischen Wurzeln“ referieren. So etwas ist ganz nach Schmids Geschmack, zumal es anschließend noch einen kleinen Geburtstagsempfang geben wird. Da wird es dann sicher nicht nur ums christliche Abendland versus Islam gehen, sondern auch um die vielen „Maulkörbe“, die Bildungssenator Klaus Böger ständig an Lehrer, Schulleiter und Schulräte verteilt: Schmid ist nämlich hauptamtlich Oberschulrat von Friedrichshain-Kreuzberg und als solcher eigentlich zum Schweigen verdonnert. Aber als bildungspolitischer Sprecher der CDU kann man ihm den Mund dann doch nicht ganz verbieten. Böger muss also still leidend zusehen - und zuhören – wie ihm der GEW-/CDU-/CSU- Bayer ständig mit seinen Kommentaren zur Schulpolitik die Suppe versalzt. sve

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