Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Heidi KnakeWerner klettert, Monika Grütters fährt, Michael Braun grüßt Heidi Knake-Werner , Gesundheitssenatorin und Bergsteigerin, ist voller Vertrauen in Bundespräsident Horst Köhler. Der wird den Termin für eine Neuwahl zum Bundestag nicht übers Knie brechen. Mag sein, dass mancher Politiker den Urlaub ganz gestrichen oder den Aktionsradius auf das Strandbad Wannsee beschränkt hat – die Senatorin will Anfang August für zehn Tage in die Dolomiten, wie üblich zum Bergsteigen, mit einer bewährten Seilschaft. So tut die Senatorin etwas für ihre Gesundheit und setzt ein Zeichen der Entschleunigung der Politik: Es wird schon noch früh genug neu gewählt.

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Erst ganz lange Richtung Osten, dann ganz lange Richtung Süden, dann ist Monika Grütters in der Geschäftsstelle der CDU Hellersdorf-Marzahn. Die befinde sich ungefähr zehn Meter vor der Bezirksgrenze von Köpenick, sagt die frisch gewählte Direktkandidatin des Nicht-nur- Plattenbau-Bezirks im nahen Osten. Bevor sie am Donnerstagabend mit 90 Prozent der Delegiertenstimmen gewählt wurde, war der Wilmersdorfer Kulturpolitikerin der Name des Wahl-Lokals aufgefallen: St. Hubertus. Monika Grütters mag daran weniger den Schutzheiligen der Jäger oder der Jägermeistertrinker als das „Sankt“ als solches. Denn siehe: Auch in Hellersdorf-Marzahn sind Reste des christlichen Wertesystems zu finden.

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Den Wahlkampfauftakt wird die CDU wohl in der Dortmunder Westfalenhalle feiern – für den Abschluss ist das Tempodrom im Gespräch. Wer auch immer in der Bundesgeschäftsstelle auf das berühmt-berüchtigte Betonzelt in Kreuzberg gekommen ist, muss liberal und multikulturell eingestellt sein: Sonst würde er die Union nicht in der Tradition der Grünen sehen, die hier schon tagten, der taz, die hier schon feierte oder Lou Reed, der hier schon musizierte. Michael Braun , der Vorsitzende des Tempodrom-Untersuchungsausschusses, nimmt den Vorschlag mit Humor: Er biete an, ein Grußwort zu sprechen. wvb.

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