Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Das politisch wichtige C im „ Oscar“ und der Mann mit den guten Eigenschaften. Unlängst traf Parlamentspräsident Walter Momper auf dem Gang im Abgeordnetenhaus FDPGeschäftsführer Steffen Saebisch . Der SPD-Politiker gratulierte dem 34-jährigen Juristen spontan „zum Oskar“. Hat der Liberale etwa unbemerkt von der Öffentlichkeit Anteil an dem weltweit bedeutendsten Filmpreis? Nein, Walter Momper gratulierte Saebisch zur Geburt seines Sohnes. Verschmitzt fügte Momper hinzu, dass es „in diesen politischen Zeiten“ schon sehr mutig sei, seinen Sohn Oskar zu nennen. Momper meinte damit natürlich Oskar Lafontaine, den früheren SPD-Parteichef, der inzwischen in der Linkspartei eine neue politische Heimstatt gefunden hat. Steffen Saebisch bedankte sich bei Momper für seine freundlichen Worte und klärte ihn über einen zugrunde liegenden Irrtum auf. Der Name Oskar könne mit einem k oder einem c geschrieben werden. Deshalb habe er mögliche politische Verquickungen bei der Namensauswahl aber schon berücksichtigt. Der Saebisch-Sohn heißt „Oscar“ mit kleinem c. sib

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Vor kurzem bewies SPD-Landeschef Michael Müller sein Talent zur Multikulti-Kultur. Als sei er bestens vertraut mit der türkischen Sprache, stellte er den Kreuzberger Direktkandidate n Ahmet Iyidirli vor. Dessen Name gehört zu den ungewöhnlichen und ist nicht ganz leicht auszusprechen – zumal dann nicht, wenn man sich SPD-gemäß immer beim Vornamen anspricht. Ahmet läuft ja leicht über die Lippen. Iyidirli aber hatte an Müllers Aussprache seines Namens nichts zu kritisieren und zu mäkeln. Um dem Chef den Umgang mit dem Namen zu erleichern, erläuterte der Kreuzberger Bundestagskandidat, was der Name bedeute. Iyidirli sei „jemand mit guten Eigenschaften“, hat sich Müllers Sprecher Thorsten Metter gemerkt. Das sei doch ein toller Name für einen Politiker, sagt Metter, der weiß, wie wichtig die Glaubwürdigkeit im Politbetrieb ist. Bei so einem Namen verstehe es sich auch von selbst, dass Iyidirli in der SPD sei, ergänzt er. Ebenso versteht es sich, dass keiner aus der SPD die Übersetzung geprüft hat. wvb.

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