Berlin : HINTER DEN KULISSEN

-

Ein wackeliger SPDKandidat und ein diplomatischer Christdemokrat In der Berliner SPD reicht es wohl nicht mehr aus, parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium zu sein, um einen Platz im Bundestag sicher zu haben. Ditmar Staffelt , der am 1. August 56 Jahre alt wird, muss damit rechnen, von seiner Partei in den politischen Ruhestand geschickt zu werden. Zumindest auf Altersteilzeit. Denn ausgerechnet an Staffelts Geburtstag wird der SPD-Landesvorstand wahrscheinlich beschließen, dass der – nicht von allen geliebte – Parteifreund den guten Platz 3 auf der Landesliste für die Bundestagswahl dem SPD-Generalsekretär Klaus-Uwe Benneter kampflos überlassen soll. Er müsste dann auf den nächsten Männerplatz 5 ausweichen. Dort würde Staffelt aber unweigerlich auf den Spandauer SPD-Kreischef und Bundestagskollegen Swen Schulz treffen, der den Vorteil hat, wesentlich jünger zu sein und von der starken Parteilinken, den Parteifrauen und den Jusos unterstützt zu werden. Bliebe nur noch Platz 6, der aber möglicherweise nicht mehr für ein Bundestagsmandat reicht. Außerdem sähen nicht wenige Genossen dort lieber eine Kandidatin. Nämlich Eva Högl, einen noch nicht sehr hellen, aber aufsteigenden Stern in der Landes-SPD. Hauptberuflich arbeitet die junge, umtriebige Sozialdemokratin als Juristin – im Bundeswirtschaftsministerium. za

* * *

Weil er dieses Mal nicht für den Bundestag kandidiert, konnte der CDU-Mann Uwe Lehmann-Brauns in aller Ruhe die ukrainische Hauptstadt Kiew besuchen, um sich die junge Demokratie unter dem Präsidenten Juschtschenko kritisch-sympathisierend anzuschauen. Nach seiner Reise wurde der Abgeordnete von der Jungen Union in Steglitz-Zehlendorf zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Lehmann-Brauns brachte, als fachliche Begleitung, zwei ukrainische Referentinnen mit, die gut deutsch sprachen. Und dann kam noch ein schweigsamer junger Mann in die JU-Geschäftsstelle, den niemand kannte, der aber nicht weiter auffiel. Bis er seine Visitenkarte preisgab. Was einige Teilnehmer der kleinen Reiseberichts-Runde gemutmaßt hatten,erwies sich dann auch als – teilweise – richtig. Der unbekannte Gast war Botschaftssekretär. Aber nicht in der ukrainischen, sondern in der russischen Botschaft. Lehmann-Brauns, ein bekennender Freund Russlands, war etwas verblüfft, ließ sich aber nicht aus dem Konzept bringen. Zumal sich der Botschaftssekretär als umgänglicher Mensch erwies. Man plauderte noch artig miteinander. za

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben