Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Statt Gurkensalat ein GurkenSticker und zwei kaputte Fahrräder Vergangene Beschimpfungen vergisst man nicht so leicht. Unter frisch verbündeten Genossen ist das eine besonders heikle Sache. Deshalb sollte das dritte Treffen zwischen den Streitparteien, der Berliner PDS und der Wahlalternative, am Donnerstag sehr harmonisch ablaufen. PDS-Sprecher Axel Hildebrandt regte an, die Gäste in der Parteizentrale mit einem leckeren Gurkensalat zu bewirten. Das aber fand PDS-Landeschef Stefan Liebich keine glückliche Idee. „Man weiß ja nie, ob das nicht in den falschen Hals gerät“, sagte der Sozialist, der die WASG-ler noch vor Wochen als „Gurkentruppe“ bezeichnet hatte. Als die PDS der Wahlalternative von dem kulinarischen Vorschlag erzählte, kramte Cordula Vita-Adam vom WASG-Landesvorstand in ihrer Handtasche und zog grinsend einen Sticker heraus. Auf dem waren zwei grüne Gurken abgebildet, untertitelt mit dem Spruch: „Gurkentruppe gegen Sparsenat“. Den Button überreichte sie Stefan Liebich. Er steckte sich das Geschenk zwar nicht ans Revers, fand aber Gefallen an der Idee. „Es ist schön, wenn es zwischen PDS und WASG humoristische Augenblicke gibt.“ Trotzdem wird es bei der Aufstellung der Listenplätze zu Kampfkandidaturen kommen. sib

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Rad fahren im Sommer ist eigentlich ein Vergnügen. Auch der Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Christian Gaebler , tritt gern in die Pedale, um dienstlich voranzukommen. Doch kürzlich hatte er einen Platten und musste sein Rad am Abgeordnetenhaus stehen lassen. Zuerst nahm er das Vorderrad mit nach Hause, aber der Reparaturversuch blieb erfolglos. Dann lieh sich Gaebler das Zweirad seiner Sekretärin, um einen Fahrradladen in der Oranienstraße aufzusuchen. Dort kaufte er einen neuen Schlauch. Aber, oje, auf der Rückfahrt nahm ihm in der Charlottenstraße jemand die Vorfahrt und der SPD-Mann musste bremsen. Der Bremszug riss. Am Abgeordnetenhaus zog er also zuerst den neuen Schlauch auf, fuhr mit dem eigenen Rad zurück zum Laden, kaufte einen neuen Bremszug, reparierte das Rad der Sekretärin – und alles war wieder gut. za

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